NACHWORT DES HERAUSGEBERS


I.


„Wege — nicht Werke“ ist der Leitspruch, den Martin Heidegger wenige Tage vor seinem Tod für seine Gesamtausgabe letzter Hand zusammen mit dem Titelblatt handschriftlich aufsetzte. Im Februar desselben Jahres hatte er die Widmung für seine Lebensgefährtin Elf ride Heidegger, geb. Petri, niedergeschrieben. „Ihr inständiger Beistand auf dem langen Weg“ begann mit der Verlobung im Jahre 1915 und währte über sechzig Jahre. Titelblatt, Leitspruch und Widmung sind als Faksimile wiedergegeben.

Martin Heidegger hatte beabsichtigt, dem Band 1 seiner Gesamtausgabe ein Vorwort voranzustellen, das Sinn und Aufgabe dieser von ihm selbst entworfenen und begonnenen Ausgabe erläutern sollte. Der plötzlich eintretende Tod, dessen Vorboten der Philosoph in den letzten Tagen seines irdischen Daseins deutlich wahrnahm, ließ ihm nicht mehr die Zeit für die Ausführung seines Vorhabens. Statt des in den Vorarbeiten steckengebliebenen Vorwortes verfaßte er den Leitspruch.

Aus den hinterlassenen Aufzeichnungen für das Vorwort mögen zwei, auf getrennten Blättern niedergeschriebene Texte mitgeteilt werden, die den Leitspruch seiner Ausgabe erläutern:

„Die Gesamtausgabe soll auf verschiedene Weisen zeigen: ein Unterwegs im Wegfeld des sich wandelnden Fragens der mehrdeutigen Seinsfrage. Die Gesamtausgabe soll dadurch anleiten, die Frage aufzunehmen, mitzufragen und vor allem dann fragender zu fragen. Fragender fragen — d. h. den Schritt zurück vollziehen; zurück vor den Vorenthalt; zurück in das nennende Sagen (,zurücke‘ als Wegcharakter des Denkens, nicht zeitlich-historisch).


Martin Heidegger (GA 1) Frühe Schriften page 437