worfen ist es angewiesen auf eine »Welt« und existiert fak-
tisch mit Anderen. Zunächst und zumeist ist das Selbst in das
Man verloren. Es versteht sich aus den Existenzmöglichkeiten,
die in der jeweils heutigen »durchschnittlichen« öffentlichen
Ausgelegtheit des Daseins »kursieren«. Meist sind sie durch
die Zweideutigkeit unkenntlich gemacht, aber doch bekannt.
Das eigentliche existenzielle Verstehen entzieht sich der über-
kommenen Ausgelegtheit so wenig, daß es je aus ihr und
gegen sie und doch wieder für sie die gewählte Möglichkeit
im Entschluß ergreift.
Die Entschlossenheit, in der das Dasein auf sich selbst zu-
rückkommt, erschließt die jeweiligen faktischen Möglichkei-
ten eigentlichen Existierens aus dem Erbe, das sie als gewor-
fene übernimmt. Das entschlossene Zurückkommen auf die
Geworfenheit birgt ein Sichüberliefern überkommener Mög-
lichkeiten in sich, obzwar nicht notwendig als überkommener.
Wenn alles »Gute« Erbschaft ist und der Charakter der
»Güte« in der Ermöglichung eigentlicher Existenz liegt, dann
konstituiert sich in der Entschlossenheit je das Überliefern
eines Erbes. Je eigentlicher sich das Dasein entschließt, das 384* heißt unzweideutig aus seiner eigensten, ausgezeichneten
Möglichkeit im Vorlaufen in den Tod sich versteht, um so ein-
deutiger und unzufälliger ist das wählende Finden der Mög-
lichkeit seiner Existenz. Nur das Vorlaufen in den Tod treibt
jede zufällige und »vorläufige« Möglichkeit aus. Nur das
Freisein für den Tod gibt dem Dasein das Ziel schlechthin und
stößt die Existenz in ihre Endlichkeit. Die ergriffene Endlich-
keit der Existenz reißt aus der endlosen Mannigfaltigkeit der
sich anbietenden nächsten Möglichkeiten des Behagens, Leicht-
nehmens, Sichdrückens zurück und bringt das Dasein in die
Einfachheit seines Schicksals. Damit bezeichnen wir das in der
eigentlichen Entschlossenheit liegende ursprüngliche Gesche-
hen des Daseins, in dem es sich frei für den Tod ihm selbst in
einer ererbten, aber gleichwohl gewählten Möglichkeit über-
liefert.