d. h. es sich mehr und mehr in seiner innersten Möglichkeit wieder entgegenkommen lassen. Mit Bezug auf die Durchführung einer Fundamentalontologie bedeutet das: sie legt ihre Hauptanstrengung darauf, die einzige und ständige Führung von Seiten der Seinsfrage ungeschmälert wirksam werden zu lassen, um so die ihr aufgegebene existenziale Analytik des Daseins in der rechten Bahn zu halten.
§ 43. Der Einsatz und der Gang der Fundamentalontologie293
Das Dasein im Menschen bestimmt diesen als jenes Seiende, das, inmitten von Seiendem seiend, zu diesem als einem solchen sich verhält und als dieses Verhalten zu Seiendem wesenhaft anders in seinem eigenen Sein bestimmt wird denn alles übrige im Dasein offenbare Seiende.
Eine Analytik des Daseins muß nun von Anfang an darauf sehen, das Dasein im Menschen zunächst gerade innerhalb derjenigen Seinsart des Menschen sichtbar zu machen, die es ihrem Wesen nach darauf angelegt hat, das Dasein und dessen Seinsverständnis, d. h. die ursprüngliche Endlichkeit, in der Vergessenheit niederzuhalten. Diese — lediglich fundamentalontologisch gesehen — entscheidende Seinsart des Daseins nennen wir die Alltäglichkeit. Die Analytik derselben hat zugleich die methodische Absicht, die Interpretation des Daseins im Menschen von vornherein nicht in den Bezirk einer anthropologisch-psychologischen Beschreibung seiner „Erlebnisse“ und „Vermögen“ kommen zu lassen. Damit wird die anthropologisch-psychologische Erkenntnis nicht für „falsch“ erklärt. Aber es gilt zu zeigen, daß sie bei aller Richtigkeit nicht zulangt, von Anfang an und ständig das Problem der Existenz
293 Für das konkrete Verständnis dieses und des folgenden Paragraphen ist ein Studium von „Sein und Zeit“ erforderlich. — Von einer Stellungnahme zu der bisher bekanntgewordenen Kritik wird hier abgesehen. Sie ist — soweit die recht bunten „Einwände“ sich überhaupt in der Dimension des Problems bewegen — einer gesonderten Veröifentlichung vorbehalten.