Endlichkeit als solcher, die sich ihrem eigensten Wesen nach offenbart, wenn sie durch einen unentwegt von der ursprünglich begriffenen Grundfrage der Metaphysik geleiteten Einsatz zugänglich gemacht wird, der freilich nie als der einzig mögliche beansprucht werden kann.
Hieraus wird schon deutlich, daß die Metaphysik des Daseins als Grundlegung der Metaphysik ihre eigene Wahrheit hat, die bislang in ihrem Wesen noch allzu verhüllt ist, Eine weltanschauliche, d. h. immer populär ontische Stellungnahme und erst recht jede theologische kommt als solche — sie mag zustimmen oder ablehnen — überhaupt nicht in die Dimension des Problems einer Metaphysik des Daseins; denn, so sagt Kant, die „Kritik der Vernunft ... kann niemals populär werden, hat aber auch nicht nötig, es zu sein“294.
Wenn demnach eine Kritik an der transzendentalen Interpretation der „Sorge“ als der transzendentalen Einheit der Endlichkeit einsetzen will — und wer wollte ihre Möglichkeit und Notwendigkeit leugnen? — dann gilt es allererst zu zeigen, daß die Transzendenz des Daseins und somit das Seinsverständnis nicht die innerste Endlichkeit im Menschen ist, sodann, daß die Begründung der Metaphysik überhaupt nicht diesen innersten Bezug zur Endlichkeit des Daseins hat, und schließlich, daß die Grundfrage der Grundlegung der Metaphysik nicht in dem Problem der inneren Möglichkeit des Seinsverständnisses beschlossen liegt.
Die fundamentalontologische Analytik des Daseins versucht mit Absicht, unmittelbar vor der einheitlichen Interpretation der Transzendenz als „Sorge“ die „Angst“ als eine „entscheidende Grundbefindlichkeit“ herauszuarbeiten, um so einen konkreten Hinweis darauf zu geben, daß die existenziale Analytik ständig von der sie erweckenden Frage nach der Möglichkeit des Seinsverständnisses geleitet ist. Die Angst gilt als entscheidende Grundbefindlichkeit nicht in Absicht auf irgendeine
294 Β XXXIV.