ihm aufgegeben worden. So in das Kommende sehend, sieht er das zu Hauß nicht mehr wie voimals in der Jugend, da er die Heimat unmittelbar fassen wollte. Jetzt erst gilt die Regel der heimischen Erde, weil das von ihr zu regelnde Darstellen durch das darzustellende Feuer bestimmt ist. Einer, der höheren, fürstlicheren Wesens, als Halbgott nämlich, in dieser Klarheit verständigt ist, kann dann Göttliches zeigen, mag auch das Ruhige und Klare, in das die Darstellung sich fügen muß, lang und tief sein wie der Himmel. Das zur Quelle zurückkehrende Denken an den Ursprung ist das Schwerste. Deshalb trägt mancher Scheue, nicht weil er dies Schwerste fürchtet, sondern weil er es liebt. Die Scheue ist wohl ein anderes als die Schüchternheit, die in allem, was ihr begegnet, nur zaghaft und unsicher bleibt. Die Scheu dagegen ist gehalten durch das eindeutig Einzige, wovor sie Scheu ist. Die Scheu wird nicht unsicher und hält doch an sich. Ihr Ansichhalten entgeht jedoch der Gefahr, daß die Scheuen sich in eine Bekümmerung um sieb selbst verstricken nach der Art der Furchtsamen. Das Ansichhalten der Scheu kennt aber auch nie den Vorbehalt. Die Scheu ist als ursprünglich gefestigtes Ansichhalten vor dem Gescheuten zugleich die innigste Zuneigung zu diesem. Was zur Scheu stimmt, läßt zögern. Doch die zögernde Scheu kennt kein Zagen und Verzagen. Ihr Zögern ist die wartende Entschiedenheit zur Geduld. Zögerung ist hier der längst entschiedene Mut zum Langsamen. Die Zögerung der Scheu ist Langmut. Aber die Scheu erschöpft ihr Wesen nicht in solcher Zögerung. Denn in dieser selbst waltet das zugeneigte Hindenken zu dem Gescheuten. Die Scheu ist das an sich haltende, langmütig hinüberstaunende Andenken an Jenes, was nahe bleibt in einer Nähe, die einzig darin aufgeht, ein Fernes in seiner Fülle fern und dadurch für sein zuquellendes Entspringen bereit zu halten. Diese wesenhafte Scheu ist die Stimmung des heimgekommenen Denkens an den Ursprung. Die Scheu ist das Wissen, daß der Ursprung sich nicht unmittelbar erfahren läßt. Diese Scheu ist das Schwergewicht, in dem das Herz jener Dichter ruhen muß, deren Wort