das Seiende haben sich die genannten Auslegungen untereinander noch verkoppelt, was jetzt übergangen sei. In dieser Verkoppelung haben sie die in ihnen angelegte Ausweitung noch verstärkt, so daß sie in gleicher Weise vom Ding, vom Zeug und vom Werk gelten. So erwächst aus ihnen die Denkweise, nach der wir nicht nur über Ding, Zeug und Werk im besonderen, sondern über alles Seiende im allgemeinen denken. Diese längst geläufig gewordene Denkweise greift allem unmittelbaren Erfahren des Seienden vor. Der Vorgriff unterbindet die Besinnung auf das Sein des jeweilig Seienden. So kommt es, daß die herrschenden Dingbegriffe uns den Weg zum Dinghaften des Dinges sowohl, als auch zum Zeughaften des Zeuges und erst recht zum Werkhaften des Werkes versperren.
Diese Tatsache ist der Grund, weshalb es not tut, von diesen Dingbegriffen zu wissen, um in diesem Wissen ihre Herkunft und schrankenlose Anmaßung, aber auch den Schein ihrer Selbstverständlichkeit zu bedenken. Dieses Wissen ist dann um so nötiger, wenn wir den Versuch wagen, das Dinghafte des Dinges, das Zeughafte des Zeuges und das Werkhafte des Werkes in den Blick und zum Wort zu bringen. Dazu ist aber nur eines nötig: unter Fernhaltung der Vor- und Übergriffe jener Denkweisen das Ding z. B. in seinem Dingsein auf sich beruhen lassen. Was scheint leichter, als das Seiende nur das Seiende sein zu lassen, das es ist? Oder kommen wir mit dieser Aufgabe vor das Schwerste, zumal wenn ein solches Vorhaben — das Seiende sein zu lassen, wie es ist — das Gegenteil darstellt von jener Gleichgültigkeit, die dem Seienden zugunsten eines ungeprüften Seinsbegriffes den Rücken kehrt? Wir sollen uns dem Seienden zukehren, an ihm selbst auf dessen Sein denken, aber es dadurch zugleich in seinem Wesen auf sich beruhen lassen.
Diese Anstrengung des Denkens scheint bei der Bestimmung der Dingheit des Dinges den größten Widerstand zu finden; denn wo anders möchte sonst das Mißlingen der genannten