Aber nicht wir setzen die Unverborgenheit des Seienden voraus, sondern die Unverborgenheit des Seienden (das Seina) versetzt uns in ein solches Wesen, daß wir bei unserem Vorstellen immer in die Unverborgenheit ein- und ihr nachgesetzt bleiben. Nicht nur das, wonach eine Erkenntnis sich richtet, muß schon irgendwie unverborgen sein, sondern auch der ganze Bereich, in dem dieses »Sichrichten nach etwas« sich bewegt, und ebenso dasjenige, für das eine Anmessung des Satzes an die Sache offenbar wird, muß sich als Ganzes schon im Unverborgenen abspielen. Wir wären mit all unseren richtigen Vorstellungen nichts, wir könnten auch nicht einmal voraussetzen, es sei schon etwas, wonach wir uns richten, offenbar, wenn nicht die Unverborgenheit des Seienden uns schon in jenes Gelichtete ausgesetzt hätteb, in das alles Seiende für uns hereinsteht und aus dem es sich zurückzieht.
Aber wie geht das zu? Wie geschieht die Wairrheit als diese Unverborgenheit? Doch zuvor ist noch deutlicher zu sagen, was diese Unverborgenheit selbst ist.
Die Dinge sind und die Menschen, Geschenke und Opfer sind, Tier und Pflanze sind, Zeug und Werk sind. Das Seiende steht im Sein. Durch das Sein geht ein verhülltes Verhängnis, das zwischen das Gotthafte und das Widergöttliche verhängt ist. Vieles am Seienden vermag der Mensch nicht zu bewältigen. Weniges nur wird erkannt. Das Bekannte bleibt ein Ungefähres, das Gemeisterte ein Unsicheres. Niemals ist das Seiende, wie es allzuleicht seiheinen möchte, unser Gemächte oder gar nur unsere Vorstellung. Bedenken wir dies Ganze in Einem, dann, fassen wir, so scheint es, alles, was überhaupt ist, wenn wir es auch roh genug fassen.
Und dennoch: über das Seiende hinaus, aber nicht von ihm. weg, sondern vor ihm. her, geschieht noch ein Anderes0. Inmitten
a Reclam-Ausgabe 1960: d. h. das Ereignis.
b Reclam-Ausgabe 1960: wenn nicht Lichtung geschähe, d. h. Er-eignen. c 3. Auflage 1957: Ereignis.