Persönlichkeit im öffentlichen Rahmen des kulturellen Schaffens. In jeder Phase der Metaphysik wird jeweils ein Stück eines Weges sichtbar, den das Geschick des Seins in jähen Epochen der Wahrheit über das Seiende sich bahnt. Nietzsche [194] selbst deutet den Gang der abendländischen Geschichte metaphysisch und zwar als das Heraufkommen und die Entfaltung des Nihilismus. Das Durchdenken der Metaphysik Nietzsches wird zur Besinnung auf die Lage und den Ort des jetzigen Menschen, dessen Geschick hinsichtlich seiner Wahrheit noch wenig erfahren ist. Jede Besinnung solcher Art geht jedoch, wenn sie nicht nur leer wiederholender Bericht bleibt, über das hinaus, dem die Besinnung gilt. Das Hinausgehen ist nicht ohne weiteres ein Überhöhen oder gar Übertreffen, auch nicht sogleich ein Überwinden. Daß wir uns auf Nietzsches Metaphysik besinnen, heißt nicht, daß wir jetzt neben seiner Ethik und seiner Erkenntnistheorie und seiner Ästhetik auch und vor allem die Metaphysik berücksichtigen, sondern heißt nur: daß wir versuchen, Nietzsche als Denker ernst zu nehmen. Denken aber heißt auch für Nietzsche: das Seiende als das Seiende vorstellen. Jedes metaphysische Denken ist Onto-logie oder es ist überhaupt nichts.
Für die hier versuchte Besinnung handelt es sich darum, einen einfachen und unscheinbaren Schritt des Denkens vorzubereiten. Dem vorbereitenden Denken liegt daran, den Spielraum zu lichten, innerhalb dessen das Sein selbsta den Menschen hinsichtlich seines Wesens wieder in einen anfänglichen Bezug nehmenb könnte. Vorbereitend zu sein, ist das Wesen solchen Denkens.
Dieses wesenhafte und daher überall und nach jeder Hinsicht nur vorbereitende Denken geht im Unscheinbaren. Hier ist jedes Mitdenken, so unbeholfen und tastend es sich geben mag, eine wesentliche Hilfe. Das Mitdenken wird zur unauffälligen,
a 1. Auflage 1950: Ereignis.
b 1. Auflage 1950: Brauch.