Verfalla des Denkens in die Wissenschaften und in das Glauben ist das böseb Geschick des Seins.
In der Frühe seines Geschickes kommt das Seiende, τά έόντα, zur Sprache. Was aus der verhaltenen Fülle des also Kommenden bringt der Spruch des Anaximander in das Gesprochene? Der Spruch lautet nach dem vermutlich echten Text:
... κατὰ τὸ χρεών· διδόναι γὰρ αὐτὰ δίκην καὶ τίσιν ἀλλήλοις τῆς ἀδικίας.
In der geläufigen Übersetzung:
»... nach der Notwendigkeit; denn sie zahlen einander Strafe und Buße für ihre Ungerechtigkeit.«
Der Spruch besteht auch jetzt noch aus zwei Sätzen; vom ersten sind nur die letzten Worte erhalten. Wir beginnen mit 326 der Erläuterung des zweiten Satzes.
Das αὐτά nimmt auf das im vorhergehenden Satz Genannte Bezug. Gemeint kann nur sein: τὰ ὄντα, das Anwesende im Ganzen, das gegenwärtig und ungegenwärtig in die Unverborgenheit Anwesende. Ob dieses ausdrücklich auch mit dem Wort ἐόντα genannt ist oder nicht, mag gemäß der Unsicherheit des Textes offen bleiben. Das αὐτά nennt alles Anwesende, das west in der Weise des Je-Weiligen: Götter und Menschen, Tempel und Städte, Meer und Land, Adler und Schlange, Baum und Strauch, Wind und Licht, Stein und Sand, Tag und Nacht. Das Anwesende gehört im Einen des Anwesens zusammen, indem jedes zu jedem in seiner Weile, weilig mit dem anderen, anwest. Dieses Viele (πολλά) ist nicht die Aufreihung abgeteilter Gegenstände, hinter denen etwas steht, was sie inbegrifflich umfaßt. Vielmehr waltet im Anwesen als solchem das Zueinander-Weilen einer verborgenen Versammlung. Darum nennt Heraklit, dieses versammelnd-einende
a 1. Auflage 1950: Verfallen an das Seiende bei Vergessenheit des Seins; vgl. »Sein und Zeit«.
b 1. Auflage 1950: aber nicht »schlecht«.