der Logik«) den Satz ausspricht: Sein und Nichts ist dasselbe, so kann man dies leicht in der Form aussprechen: das Sein ist das Nichts. Aber dieser Hegelsche Salz, ist so wenig Nihilismus, daß er im Sinne Nietzsches gerade etwas von jener »grandiosen Initiative« (»Der Wille zur Macht«, n. 416) des deutschen Idealismus enthält, den Nihilismus zu überwinden. Das Verfahren, überall da. wo das »Nichts« auftaucht, und gar dort, wo es im wesentlichen Zusammenhang mit der Lehre vom Sein genannt ist, rundweg von Nihilismus zu reden und dem Wort »Nihilismus« dann noch stillschweigend die Färbung von »Bolschewismus« zu geben, ist nicht nur eine oberflächliche Denkweise, es ist gewissenlose Demagogie. Vor allem ist mit so billigen Rezepten der Gedanke Nietzsches nicht getroffen und nicht begriffen, weder in dem, was er unter Nihilismus versteht, noch in seinem eigenen Nihilismus. Denn: Nietzsche versteht sein eigenes Denken als Nihilismus, insofern es durch den »vollkommenen Nihilismus« hindurchgeht und er »der erste vollkommene Nihilist Europas [ist], der aber den Nihilismus selbst schon in sich zu Ende gelebt hat, — der ihn hinter sich, unter sich, außer sich hat.« (»Der Wille zur Macht«, Vorrede n. 3)
[Eine eingehende Erläuterung und Erörterung des Wesens des Nihilismus gibt der II. Band dieser Veröffentlichung.]
Erst wenn wir vom Ereignis des Nihilismus wissen und bedenken, daß Nietzsche diesen als die Grundtatsache der Geschichte auf der Blickbahn seines Denkens bis ins Äußerste erfahren und durchgefragt hat, eröffnet sich uns der Bereich, d. h. der Herkunfts- und Herrschaftsbezirk, des Gedankens von der ewigen Wiederkunft des Gleichen. Dieser Gedanke denkt das Seiende so, daß aus dem Seienden im Ganzen her der ständige Anruf an uns kommt: ob wir uns nur dahintreiben lassen wollen oder ob wir Schaffende sein wollen, d. h. zuerst, ob wir die Mittel und Bedingungen wollen, solche wieder zu werden.
So furchtbar die Einsicht in den Nihilismus bleibt, so schwer ist es, den schwersten Gedanken zu denken und die Heraufkunft derer vorzubereiten, die ihn wahrhaft und schöpferisch