endgültig — wenngleich abwandlungsfähig bis zur Unkenntlichkeit — sich festlegt (Vgl. Aristoteles, Met. Ζ 4, 1030 a 17). Das ὄντως ὄν, das Seiendhaft, d. h. im Sinne der ἀλήθεια »wahrhaft« Seiende, ist das »Gesicht«, das anwesende Aussehen. In solcher Anwesenheit wesen einig zumal das, was ein Seiendes ist, und daß es — nämlich in der Gegenwart des Aussehens — ist. Die »wahre Welt« ist die in ihrem Daß zum voraus entschiedene. Sofern sie jedoch als »wahre« sich gegen die scheinbare unterscheidet und diese das Was-sein nur getrübt zeigt und demgemäß nicht »wahrhaft« »ist«, zugleich aber doch nicht nichts, sondern ein Seiendes ist, kommt im μὴ ὄν gerade das »Daß es ist« in seiner Aufdringlichkeit, weil Entblößung vom reinen »Gesicht«, worin das Was sich zeigt, zum Vorschein. Mit und in der Unterscheidung des ὄντως ὄν und des μὴ ὄν scheiden sich τὸ τί ἐστιν und τὸ ἔστιν (das τί und das ὄτι). Das Daß-sein wird zur Auszeichnung des jeweiligen Diesen (τόδε τι) und des ἕκαστον, das aber zugleich jeweils das Was-sein (εἶδος) zum Vorschein bringt und allein dadurch ein Daß des Seins und somit ein Seiendes als jeweiliges bestimmt. Die ἰδέα wird jetzt ausdrücklich zum εἶδος im Sinne der μορφή einer ὕλη, so zwar, daß sich die. Seiendheit in das σύνολον verlegt, ohne daß jene Unterscheidung auf — gehoben wäre (über den ursprünglichen, von der Unterscheidung der forma und materia grundverschiedenen griechischen Sinn der μορφή vgl. Aristoteles, Phys. Β 1). Sie tritt künftig und zumal durch die theologische Auslegung des biblischen Schöpfungsgedankens in mannigfachen Gestalten hervor (existentia, essentia und das principium individuationis). Wassein und Daß-sein verflüchtigen sich mit der wachsenden Fraglosigkeit der Seiendheit zu leeren »Reflexionsbegriff en« und halten sich dennoch in einer um so hartnäckigeren Macht, je selbstverständlicher die Metaphysik wird.
Ist es da zu verwundern, wenn die Unterscheidung des Wasseins
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