verborgenheit niemals in das neuzeitliche Denken erst wieder eingeführt werden, weil es nämlich darin immer schon und immer noch - wenngleich gewandelt, verkehrt, verstellt und somit unerkannt-weiterwaltet. Das so vergessene Wesen der Wahrheit ist wie alles Vergessene nicht nichts. Einzig dieses Vergessene bringt die Metaphysik der unbedingten und vollendeten Subjektivität von ihrem verborgenen Anfang her dazu, sich in das äußerste Gegenwesen der anfänglichen Bestimmung der Wahrheit zu stellen.
Die Wahrheit als Bestandsicherung der Macht ist wesenhaft bezogen auf die Kunst als Steigerung der Macht. Wahrheit und Kunst sind wesenseinig aus der einfachen Einheit des Willens zur Macht. Hier hat das volle Wesen der Wahrheit seinen verborgenen Bestimmungsgrund. Das Innerste, was den Willen zur Macht in sein Äußerstes treibt, ist, daß er sich selbst in seiner Übermächtigung will: die unbedingte, aber umgekehrte Subjektivität. Seitdem das Seiende als sol-ches im Ganzen sich in der Weise der Subjektivität zu ent-falten beginnt, ist auch der Mensch zum Subjekt geworden. Weil er kraft seiner Vernunft vorstellend zum Seienden sich verhält, ist der Mensch inmitten des Seienden im Ganzen, indem er dieses sich zustellt und dabei sich selbst notwendig in alles Vor-stellen stellt.
Diese Weise, die der Mensch im Sinne der Subjektivität ist, bestimmt zugleich, wer er ist: derjenige seiende, vor den alles Seiende gebracht und durch den es als ein solches gerechtfertigt wird. Der Mensch wird so zu dem auf sich selbst gestellten Grund und Maß der Wahrheit über das Seiende als ein solches. Darin liegt beschlossen: Mit der Entfaltung des Seins als Subjektivität beginnt die Geschichte des abendländischen Menschentums als die Befreiung des Menschenwesens zu einer neuen Freiheit. Diese Befreiung ist die Art, wie sich die Umbildung des Vorstellens vom Vernehmen als