geläufige Unterscheidung von essentia und existentia verbirgt.

2. Warum diese Unterscheidung in eigentümliche, sich sogar entgegensprechende Fassungen gerät (z. B. »das Sein und das Seiende« ; »Existenz und das Existierende«, wobei jetzt »Existenz« für »Grund« steht und die vordem gemeinte Existenz als das »Existierende« gefaßt wird. Diese Be-nennung ist in der Tat treffender; denn sie drückt den Rang der Verwirklichung und des Erwirkers aus, die Selbstsicherung als Wirken und Wille).

3. Wie Kierkegaard diese Unterscheidung übernimmt, indem er den Existenzbegriff auf die Christlichkeit des Christ-seins verengt, womit nicht gesagt werden soll, das Nicht-Existierende sei das Nicht-Wirkliche. Wenn nur der Mensch das Existierende ist, dann ist gerade Gott der Wirkliche schlechthin und die Wirklichkeit.


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Martin Heidegger (GA 6 II) Nietzsche II