heiß, das uns heißt, nach der Weise des λόγος zu denken, schicken. Solange wir nicht selbst von uns her uns aufmachen, d.h. solange wir nicht selber uns dem Geheiß aufschließen und uns so fragend auf den Weg zu ihm begeben, solange bleiben wir gegen das Geschick unseres Wesens blind. Mit Blinden kann niemand über die Farben reden. Doch böser als die Blindheit ist die Verblendung. Sie meint, sie sähe und sähe auf die einzig mögliche Weise, während doch dieses ihr Meinen ihr alle Sicht verstellt.
Das Geschick unseres geschickhaft-geschichtlichen abendländischen Wesens zeigt sich aber darin, daß unser Weltaufenthalt im Denken beruht, auch dort, wo dieser Aufenthalt durch den christlichen Glauben bestimmt ist, der sich durch kein Denken begründen läßt und dessen auch nicht bedarf, insofern er Glaube ist.
Doch dieses, daß wir das Geschick unseres Wesens kaum sehen und somit auf das Geheiß, das uns in das λόγος-mäßige Denken geheißen hat, nicht achten, hat noch andere Herkunft. Deren Walten liegt nicht an uns. Allein darum sind wir dessen nicht enthoben, einzugestehen, daß unser Verstehen und Erklären, unser Wissen und Kennen, daß unser Denken gegenüber dem Geschick seines eigenen Wesens noch ganz geschicklos bleibt. Je umfassender sich unser Denken selber nur historisch-vergleichend und in diesem Sinne geschichtlich sieht, um so entschiedener verhärtet es sich im Geschicklosen, um so weniger gelangt es in den schlicht geschickhaften Bezug zu dem Geheiß, aus dem her das Denken in den Grundzug des λόγος gewiesen wurde.
Unser Zeitalter rast in einer fortgesetzt sich steigernden Sucht zum universalhistorischen Vorstellen der Geschichte als Geschehen umher. Die Raserei wird durch die leichte und schnelle Verfügung über die Quellen und Darstellungsmittel gereizt und genährt. Es klingt übertrieben, aber es ist so: das unausgesprochene Urbild der heute eingänglichen universalhistorischen Darstellung von allem und jedem ist die illustrierte Zeitung. Die mit den umfassendsten Mitteln arbeitende Universalhistorie meint, durch eine vergleichende Darstellung der mannigfaltigsten Kulturen