PHÄNOMENOLOGIE UND THEOLOGIE


Vorwort


Die vorliegende kleine Schrift enthält einen Vortrag und einen Brief.

Der Vortrag Phänomenologie und Theologie wurde am 9. III. 1927 in Tübingen gehalten und am 14.11.1928 in Mar-burg wiederholt. Der hier mitgeteilte Text bildet den Inhalt des alsbald überprüften und durch Zusätze verdeutlichten zweiten Teiles des Marburger Vortrages: Die Positivität der Theologie und ihr Verhältnis zur Phänomenologie. Über den hierbei lei-tenden Begriff der Phänomenologie und deren Verhältnis zu den positiven Wissenschaften unterrichtet die Einleitung zu Sein und Zeit(1927) §7, S.27ff.

Der Brief vom 11. III. 1964 gibt einige Hinweise auf Haupt-gesichtspunkte für ein theologisches Gespräch über Das Problem eines nichtobjektivierenden Denkens und Sprechens in der heu-tigen Theologie. Das Gespräch fand an der Drew-University, Madison, USA, in der Zeit vom 9.—11. April 1964 statt.

Die beiden hier veröffentlichten Texte sind zum ersten Mal gedruckt in den Archives de Philosophie Bd. XXXII (1969), S. 356 ff., zugleich in französischer Übersetzung.

Die vorliegende Schrift könnte vielleicht veranlassen, das viel-fältig Frag-Würdige der Christlichkeit des Christentums und seiner Theologie, aber auch das Frag-Würdige der Philosophie und damit im besonderen das hier Dargelegte wiederholt zu be-denken.

Vor bald hundert Jahren erschienen gleichzeitig (1873) zwei Schriften zweier Freunde : Das » erste Stück« der Unzeitgemässen Betrachtungen von Friedrich Nietzsche, worin »der herrliche


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