versieht sich der Mensch in der Wesens-Echtheit seiner Maße. Er vermißt sich, je ausschließlicher er sich selbst als das Subjekt für alles Seiende zum Maß nimmt. Die vermessene Vergessenheit des Menschentums beharrt auf der Sicherung seiner selbst durch das ihm jeweils zugängige Gangbare. Dieses Beharren hat seine ihm selbst unkennbare Stütze im Verhältnis, als welches das Dasein nicht nur ek-sistiert, sondern zugleich insistiert, d.h. sich versteifend auf dem besteht, was das wie von selbst und an sich offene Seiende bietet.
Ek-sistent ist das Dasein insistent. Auch in der insistenten Existenz waltet das Geheimnis, aber als das vergessene und so »unwesentlich« gewordene Wesen der Wahrheit.
7.
Die Un-wahrheit als die Irre
Insistent ist der Mensch der je nächsten Gangbarkeit des Seienden zugewendet. Aber er insistiert nur als der schon ek-sistente, indem er doch das Seiende als ein solches Richtmaß nimmt. In seinem Maßnehmen aber ist das Menschentum weggewendet vom Geheimnis. Jene insistente Zuwendung zum Gangbaren und diese ek-sistente Wegwendung vom Geheimnis gehören zusammen. Sie sind eines und dasselbe. Jenes Zu- und Wegwenden folgt jedoch einer eigentümlichen Wende des Hin und Her im Dasein. Die Umgetriebenheit des Menschen weg vom Geheimnis hin zum Gangbaren, fort von einem Gängigen, fort zum nächsten und vorbei am Geheimnis, ist das Irren.
Der Mensch irrt. Der Mensch geht nicht erst in die Irre. Er geht nur immer in der Irre, weil er ek-sistent in-sistiert und so schon in der Irre steht. Die Irre, durch die der Mensch geht, ist nichts, was nur gleichsam neben dem Menschen herzieht wie eine Grube, in die er zuweilen fällt, sondern die Irre gehört zur inneren Verfassung des Da-seins, in das der geschichtliche Mensch eingelassen ist. Die Irre ist der Spielraum jener Wende, in der die in-sistente Ek-sistenz wendig sich stets neu vergißt