»logischer« als dies, daß ein Denken, das die Werte leugnet, notwendig alles für wertlos ausgeben muß?
Weil gesagt wird, das Sein des Menschen bestehe im »In-der-Welt-sein«, findet man, der Mensch sei zu einem bloß diesseitigen Wesen herabgesetzt, wodurch die Philosophie im Positivismus versinkt. Denn was ist »logischer« als dies, daß, wer die Weltlichkeit des Menschseins behauptet, nur das Diesseitige gelten läßt und das Jenseitige leugnet und aller »Transzendenz« absagt?
Weil auf Nietzsches Wort vom »Tod Gottes« hingewiesen wird, erklärt man ein solches Tun für Atheismus. Denn was ist »logischer« als dies, daß derjenige, der den »Tod Gottes« erfahren hat, ein Gott-loser ist?
Weil in all-dem Genannten überall gegen das gesprochen wird, was der Menschheit als hoch und heilig gilt, lehrt diese Philosophie einen verantwortungslosen und zerstörerischen »Nihilismus«. Denn was ist »logischer« als dies, daß, wer so überall das wahrhaft Seiende leugnet, sich auf die Seite des Nichtseienden stellt und damit das bloße Nichts als den Sinn der Wirklichkeit predigt?
Was geht hier vor? Man hört sagen von »Humanismus«, von »Logik«, von den »Werten«, von »Welt«, von »Gott«. Man hört sagen von einem Gegensatz dazu. Man kennt und nimmt das Genannte als das Positive. Was in einer beim Hörensagen jedoch [178] nicht genau bedachten Weise gegen das Genannte spricht, nimmt man sogleich als dessen Verneinung und diese als das »Negative« im Sinne des Destruktiven. In »S. u. Z.« ist doch irgendwo ausdrücklich von »der phänomenologischen Destruktion« die Rede. Man meint mit Hilfe der viel berufenen Logik und Ratio, was nicht positiv ist, sei negativ und betreibe so die Verwerfung der Vernunft und verdiene deshalb, als eine Verworfenheit gebrandmarkt zu werden. Man ist so erfüllt von »Logik«, daß alles sogleich als verwerfliches Gegenteil verrechnet wird, was der gewohnten Schläfrigkeit des Meinens zuwider ist. Man wirft alles, was nicht bei dem bekannten und beliebten