Hegel und die Griechen
gung des Geistes, d. h. der Wirklichkeit an und für sich. Wie Hegel das Ganze der aristotelischen Philosophie einschätzt, bezeugt er im folgenden Satz: »Würde es Ernst mit der Philosophie, so wäre nichts würdiger, als über Aristoteles Vorlesungen zu halten.« (a. a. O. S. 314)
»Ernst« wird es nach Hegel mit der Philosophie, wenn sie sich nicht mehr an die Objekte und in die subjektive Reflexion darüber verliert, sondern sich als die Tätigkeit des absoluten Wissens betätigt.
Die Erläuterung der vier Grundworte läßt erkennen: Hegel versteht Έν, Λόγος, Ἰδέα, Ένέργεια im Horizont des Seins, das er als das abstrakte Allgemeine begreift. Das Sein und somit das in den Grundworten Vorgestellte ist noch nicht bestimmt und noch nicht vermittelt durch und in die dialektische Bewegung der absoluten Subjektivität. Die Philosophie der Griechen ist die Stufe dieses »Noch nicht«. Sie ist noch nicht die Vollendung, aber gleichwohl und allein von dieser Vollendung her begriffen, die sich als das System des spekulativen Idealismus bestimmt hat.
Es ist nach Hegel der innerste »Trieb«, »das Bedürfnis« des Geistes, sich vom Abstrakten zu lösen, indem er sich in das Konkrete der absoluten Subjektivität absolviert und so sich zu sich selbst befreit. Daher kann Hegel sagen: »... die Philosophie ist dem Abstrakten am entgegengesetztesten; sie ist gerade der Kampf gegen das Abstrakte, der stete Krieg mit der Verstandesreflexion« (Hoffmeister a.a.O. S. 113). In der griechischen Welt kommt der Geist zwar zum erstenmal in das freie Gegenüber zum Sein. Aber der Geist kommt noch nicht eigens als das sich selbst wissende Subjekt zur absoluten Gewißheit seiner selbst. Erst wo dies geschieht, im System der spekulativ-dialektischen Metaphysik, wird die Philosophie das, was sie ist: »das Heiligste, Innerste des Geistes selbst« (a. a. O. S. 125).
Hegel bestimmt als das »Ziel« der Philosophie: »die Wahrheit«. Diese wird erst auf der Stufe der Vollendung erreicht. Die Stufe der griechischen Philosophie bleibt im »Noch nicht«. Sie