Vielleicht genügt es noch nicht, daß ein Jahrhundert oder zwei vergangen sein müssen, bis man geneigt wird, ohne jedes Vorurteil meinem Denkweg nachzusinnen.
Heute richtet man überall wissentlich Verwirrung an, um das Aufkommen einer vorurteilslosen Auseinandersetzung zu verhindern — vermutlich ein uralter Vorgang — laß ihn vorbei- und vorübergehen.
Inwiefern sind die hervorragend gescheiten Leute im besonderen Maße unbegabt für — das Denken?
Inwiefern kann der Gedanke des Ge-Vierts niemals an der kosmologischen Vorstellung von der Natur im Ge-Stell gemessen werden? Insofern die kosmische Natur in das Ge-Stell und diese in das Ereignis des Ge-Vierts gehört. Die Maßstabverhältnisse liegen ganz anders — aller anscheinenden, vordergründigen Übermacht der Naturenergien zum Trotz—
Aber diese Sachverhalte lassen sich nicht unmittelbar auf dem Standort der Wissenschaft erörtern, solange diese nicht ihre seinsgeschickliche Herkunft aus dem Ge-Stell erfahren hat.
Für das Denken im gegenwärtigen Zeitalter ist nichts so entscheidend wie die ständige Besinnung auf Standort und Sinnrichtung des Fragens und seiner Vorurteile. Ohne dies gerät alles sogleich in die Verwirrung. Die Besinnung auf das Gespräch vor jedem Gespräch hat nichts zu tun mit der Übertreibung der Reflexion. Denn hier wird nicht re-flektiert — sondern es gilt: das Sicheinlassen auf die Sache —; es handelt sich nicht um Methodenfragen —; Besinnung auf die Wege, auf die wir schon gebracht sind, ist ganz anders als formalistische Methodologie.
Durch das Ge-Stell erst findet das »man« seine Institution — die nivellierte-nivellierende »Gesellschaft«.
Zu Nietzsches Wort (Genealogie der Moral, VII, 474f.): (vgl. 139 u.) »Seit Kopernikus scheint der Mensch auf eine schiefe Ebene