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Der Satz der Identität

denken läßt — das Ge-Stell geht uns nicht mehr an wie etwas Abwesendes —, deshalb ist es zunächst befremdlich. Befremdlich bleibt das Ge-Stell vor allem insofern, als es nicht ein Letztes ist, sondern selber uns erst Jenes zuspielt, was die Konstellation von Sein und Mensch eigentlich((69)) durchwaltet.

Das Zusammengehören von Mensch und Sein in der Weise der wechselseitigen Herausforderung bringt uns bestürzend näher, daß and wie der Mensch dem Sein vereignet, das Sein aber dem Menschenwesen zugeeignet ist. Im Ge-Stell waltet ein seltsames Vereignen und Zueignen. Es gilt, dieses Eignen, worin Mensch und Sein einander ge-eignet sind, schlicht zu erfahren(70), d.h. einzukehren(71) ((72)) in das(73), was wir das Ereignis nennen. Das Wort Ereignis ist der gewachsenen Sprache entnommen. Er-eignen heißt ursprünglich: er-äugen, d.h. erblicken, im Blicken(74) zu sich rufen, an-eignen(75). Das Wort Ereignis soll jetzt, aus der gewiesenen Sache her gedacht, als Leitwort im Dienst des Denkens sprechen. Als so gedachtes Leitwort läßt es sich sowenig übersetzen wie das griechische Leitwort λόγος und das chinesische Tao. Das Wort Ereignis meint hier nicht mehr das, was wir sonst irgendein Geschehnis, ein Vorkommnis(76) nennen. Das Wort ist jetzt als Singulare tantum gebraucht. Was es nennt, ereignet((77)) sich nur in der Einzahl, nein, nicht einmal mehr in einer Zahl, sondern einzig(78). Was wir im Ge-Stell als der Konstellation von

((69)) eigentlich

dies Wort jetzt streng aus dem Ereignis gedacht.

(70) also kein Sprung

er-fahren — einheimisch werden, worin wir schon eingelassen sind

(71) Einkehr nur aus Verwendung in die Vereignung — Verwendung nur aus Brauch.

((72)) entwachen

(73) genauer: (ins) Ereignis einkehren

in Es

(74) Ereignis und Blick

(75) in die Lichtung

(76), eine Begebenheit

((77)) in welchem Sinn? Enteignis zum Ratsal [?] des Ver-Hältnisses.

(78) das Einzige