J Soweit ich dem, was Sie sagen, zu folgen vermag, ahne ich eine tief verborgene Verwandtschaft mit unserem Denken, gerade weil Ihr Denkweg und seine Sprache so ganz anders sind.
F Ihr Geständnis erregt mich in einer Weise, daß ich ihrer nur dadurch Herr werde, daß wir im Gespräch bleiben. Nur eine Frage kann ich nicht auslassen.
J Welche?
F Die nach dem Ort, an dem die von Ihnen geahnte Verwandtschaft ins Spiel kommt.
J Da fragen Sie sehr weit.
F Inwiefern?
J Die Weite ist jenes Grenzenlose, das uns im Ku gezeigt 137 wird, das die Leere des Himmels meint.
F So wäre denn der Mensch als der Botengänger der Botschaft der Entbergung der Zwiefalt zugleich der Grenzgänger des Grenzenlosen.
J Auf diesem Gang sucht er das Geheimnis der Grenze . . .
F das in nichts anderem sich bergen kann als in der Stimme, die sein Wesen be-stimmt.
J Was wir jetzt sagen - entschuldigen Sie das »wir«—läßt sich am Leitfaden der metaphysischen Sprachvorstellung nicht mehr erörtern. Darum versuchten Sie vermutlich durch den Titel der Vorlesung »Ausdruck und Erscheinung« die Abkehr von dieser Sprachvorstellung anzudeuten.