Fragen über Fragen, in die erst Klarheit
kommt, wenn wir
Nachdenksam hören
Hölderlins Wort,
weitvorauserblickendes:
Herrschaft und Gemachte der Titanen.

Die Titanen
    »Nicht ist es aber
Die Zeit. Noch sind sie
Unangebunden. Göttliches trift untheilnehmende
nicht.«


Was den Dichter in das Sagen nötigt, ist eine Not. Sie verbirgt sich im Ausbleiben des Anwesens des Göttlichen.


In der letzten Strophe seiner Elegie »Heimkunft« gelangt dieser Ausbleib in das einfache, alles klärende und gleichwohl geheimnisvolle Wort:


»es fehlen heilige Nahmen,«.

Die große Gewährais, die einem Verstehen der Not helfen könnte, wäre der Einblick in das Eigentümliche dieses »Fehls« durch die Erfahrung seiner Herkunft, die sich vermutlich in einem Vorenthalt des Heiligen verbirgt und ein treffendes Nennen der ihm gemäßen und es selbst lichtenden Namen verwehrt.


Vermöchte das technologische Weltalter die es bestimmende Macht der Gestellnis zu erfahren, und zwar dergestalt, daß sich zeigte, wie – nämlich auf eine verstellte Weise – der »Fehl« in ihr waltet, dann wäre dem Dasein des Menschen die Gegend des Rettenden als offene zur Teilnahme zugeteilt.


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Martin Heidegger (GA 13) Aus der Erfahrung des Denkens