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Erster Teil

auch immer), dann ist für das Denken im Ereignis, d. h. für das Denken, das in das Ereignis einkehrt — sofern dadurch das Sein, das im Geschick beruht, nicht mehr das eigens zu Denkende ist — die Seinsgeschichte zu Ende. Das Denken steht dann in und vor Jenem, das die verschiedenen Gestalten des epochalen Seins zugeschickt hat. Dieses aber, das Schickende als das Ereignis, ist selbst ungeschichtlich, besser geschicklos(3).

Die Metaphysik ist die Geschichte der Seinsprägungen, d. h. vom Ereignis her gesehen, die Geschichte des Sichentziehens des Schickenden zugunsten der im Schicken gegebenen Schickungen eines jeweiligen Anwesenlassens des Anwesenden. Die Metaphysik ist Seinsvergessenheit und d. h. die Geschichte der Verbergung und des Entzugs dessen, das Sein gibt. Die Einkehr des Denkens in das Ereignis ist somit gleichbedeutend mit dem Ende dieser Geschichte des Entzugs. Die Seinsvergessenheit >hebt< sich >auf< mit dem Entwachen in das Ereignis.

Die Verbergung aber, die zur Metaphysik als Grenze gehört, muß dem Ereignis selbst zueigen sein. Das besagt, daß der Entzug, der in der Gestalt der Seinsvergessenheit die Metaphysik kennzeichnete, sich jetzt als die Dimension der Verbergung selbst zeigt. Nur daß jetzt diese Verbergung sich nicht verbirgt, ihr gilt vielmehr mit das Aufmerken des Denkens.

Mit der Einkehr des Denkens in das Ereignis kommt also erst die dem Ereignis eigene Weise der Verbergung an. Das Ereignis ist in ihm selber Enteignis, in weiches Wort die frühgriechische λήθη im Sinne des Verbergens ereignishaft aufgenommen ist.

Die Geschicklosigkeit des Ereignisses besagt also nicht, daß ihm jede ›Bewegtheit‹ fehlt. Sie besagt vielmehr, daß sich dem Denken allererst die dem Ereignis eigenste Weise der Bewegtheit, die Zuwendung im Entzug ist, als das zu Denkende zeigt. Damit ist aber gesagt, daß für das in das Ereignis einkehrende Denken


(3) aber endlich

angewiesen auf ... geortet im ... Brauch

Der Endlichkeit des Ereignisses ent-steht die ekstatische Zeitlichkeit — in dieser zeigt sich — west an — die Zeit als Nacheinander der Jetzte.

GA 14