HEIDEGGER: Können wir aus diesem Zirkel herauskommen?
FINK: Müssen wit nicht vielmehr in diesen Zirkel hineinkommen?
HEIDEGGER: Wittgenstein sagt dazu folgendes. Die Schwierigkeit, in def das Denken steht, gleicht einem Manne in einem Zimmer, aus dem er heraus will. Zunächst versucht er es mit dem Fenster, doch das ist ihm zu hoch. Dann versucht er es mit dem Kamin, der ihm aber zu eng ist. Wenn er Sich nun drehen möchte, dann sähe er, daß die Tür immer schon offen war. — Was den hermeneutischen Zirkel anbetrifft, so bewegen wir uns ständig in ihm und Sind in ihm gefangen. Unsere Schwierigkeit besteht jetzt darin, daß wir aus wesentlichen Fragmenten Heraklits Aufschluß suchen für den Sinn von τὰ πάντα, ohne daß wit uns schon auf eine eingehende Interpretation dieser Fragmente einlassen. Aus diesem Grunde muß auch unsere Umschau nach def Bedeutung von τὰ πάντα bei Heraklit vorläufig bleiben.
TEILNEHMER: Können wir nicht, wenn wir im Ausgang von einem Fragment uns die Bedeutung von τὰ πάντα zu verdeutlichen suchen, auf das Fragment 50 zurückgreifen, in dem gesagt wild: „eins ist alles“?
HEIDEGGER: Aber alles, was wir an Fragmenten von Heraklit haben, ist nicht das Ganze, ist nicht der ganze Heraklit.
FINK: Ich meine nicht, daß man als Interpretationsmaxime Heraklits dunklen Spruch aufgreifen kann. Ebenso können wir uns für das Verständnis dessen, was ein Weg ist, etwa auch ein Weg in die Philosophie Oder durch die Fragmente Heraklits, nicht auf das Fragment 60 berufen, in dem es heißt, daß der Weg hinauf und hinab ein und derselbe ist. Auch hier spricht Heraklit nicht etwa das übliche Wegverständnis aus. Zu der von uns genannten hermeneutischen Schwierigkeit gehört auch, daß jedes Fragment in seiner Auslegung fragmentarisch bleibt und auch im