EINLEITUNG


Die philologische Absicht der Vorlesung
und deren Voraussetzungen


S 1. Die philologische Absicht der Vorlesung:
Betrachtung einiger Grundbegriffe der aristotelischen Philosophie
in ihrer Begrifßichkeit


Die Absicht der Vorlesung ist, das Verständnis für einige Grundbegriffe der aristotelischen Philosophie zu gewinnen, und zwar auf dem Wege der Beschäftigung mit dem Text aristotelischer Abhandlungen.

Grundbegriffe — nicht alle, sondern einige, also vermutlich die Hauptsache dessen, womit sich die aristotelische Forschung beschäftigt. Wir sind für die Auswahl günstig gestellt, sofern von Aristoteles selbst eine Abhandlung überliefert ist, die lediglich aus Definitionen dieser Grundbegriffe besteht: das, was als 5. Buch der »Metaühvsik« überliefert wurde. Wir können uns aber trotzdem nicht an diese günstige Gelegenheit halten, sofern wir nicht in der Lage sind, so zu verstehen, wie die Schüler des Aristoteles verstanden haben.

Um einen vorläufigen Begriff zu geben, um welche Grundbegriffe es sich handelt, sind aufzuzählen: Das 1. Kapitel handelt von der ἀρχή, 2. αἴτιον, 3. στοιχεῖον, »Element«, 4. φύσις, 5. ἀναγκαῖον, die »Notwendigkeit« als eine Bestimmung des Seins, 6. ἕν, 7. ὄν, 8. οὐσία, »Dasein«, 9. ταὐτά, die »Selbigkeit«, 10. ἀντικείμενα, »Anderssein«, 11. πρότερα und ὕστερα, nicht nur zeitlich, sondern auch sachlich: sachlich πρότερον zurückgehen auf den »Ursprung« (γένος), ΰστερον »das, was später hinzukommt«, συμβεβηκός z.B., 12. δύναμίς, 13. ποσόν, »Wieviel«, Kategorie der »Quantität«, 14. ποιόν, »Qualität«, 15. πρός τι, »Beziehungsweise«, 16. τέλειον, das, was in seinem »Fertigsein« bestimmt, »Fertigkeit«,