Die doppelte Vorbereitung enthält also eine Orientierung einmal über die Art der Gegenstände, die verhandelt werden, zum anderen über den Boden, von dem aus wir die geschichtliche Vergangenheit erreichen.
Was das Erste betrifft, so sei hier zunächst als Vorbereitung Methode und Absicht der Phänomenologie behandelt. Dies ist zunächst nur als kurze Anweisung zu verstehen. Wir wollen ja gerade im Verlauf der Vorlesung und an Hand der Diskussion der Begriffe uns in diese Forschungsart langsam im Verkehr mit den Sachen hineinbringen.
a) Philosophisch-phänomenologische Vorbereitung.
Methode und Absicht der Phänomenologie
Der Ausdruck Phänomenologie ist am ehesten geeignet, klar zu machen, um was es sich hier handelt. Phänomenologie besagt: φαινόμενον — das, was sich zeigt, λέγειν — ansprechen. [6] So bestimmt, könnte aber die Phänomenologie mit jeder beliebigen Wissenschaft identifiziert werden. Auch die Botanik beschreibt ja das, was sich zeigt. Die phänomenologische Betrachtungsweise ist durch die bestimmte Hinsicht ausgezeichnet, in die sie das, was sich zeigt, stellt und in der sie es verfolgt. Die primäre Hinsicht ist die Frage nach dem Sein dieses Seienden. Wir bezeichnen künftig das, was sich zeigt, als Phänomen. Dieser Ausdruck darf nicht zusammengeworfen werden mit dem, was die Ausdrücke Schein und Erscheinung besagen. Phänomen bezeichnet das Seiende, so wie es sich zeigt, in den verschiedenen Möglichkeiten seines Erschlossenwerdens. Diese Betrachtungsart, die im Grunde eine selbstverständliche ist, ist keine Technik, sondern in jeder ursprünglich philosophierenden Arbeit lebendig. So können wir sie gerade an der einfachen und ursprünglichen Betrachtung der Griechen lernen. In der Gegenwart hat sich die phänomenologische Betrachtungsart zum ersten Male in Husserls »Logische Untersuchungen« durchgesetzt. Das Thema dieser Untersuchungen sind bestimmte