unausdrücklich präsent war, aufzudecken. Wenn wir dabei hinausgehen über das, was der primitive Verstand zunächst sieht, so liegt darin eine gewisse Gefahr, daß wir dem Aristoteles und den Griechen zuviel zuschreiben. Doch gerade bei näherer Kenntnis wird man merken, daß sie dieses Zuviel verdienen. Wenn es schon auf eine genaue Verrechnung ankommen soll, so ist zu sagen, daß man nur Abstriche machen muß, wenn man zuvor über den Text hinausgegangen ist. Genug ist solcher Verrechnung, wenn dadurch gerade das, was allein da steht, verständlicher wird. Und auf solche Hermeneutik kommt es an. Wenn wir grundsätzlich den Seinsbegriff der Griechen an der Zeit orientieren, ist das kein bloßer Einfall, sondern hat seine ganz bestimmte Begründung. An Plato werden wir noch sehen, warum wir das tun.
Wir müssen uns näher verständigen über das εἶδος bzw. das καθόλου und zugleich über den Gegenbegriff καθ᾽ ἕκαστόν.
§ 12. Exkurs: καθόλου und καθ᾽ ἕκαστόν. Der Weg der Philosophie (insbes.: Met V, 26; Top. VI, 4; Phys. LI)1
καθόλου ist zusammengesetzt aus κατά und ὅλον. Die nähere Aufklärung über das Sein des καθόλου wird man aus dem Begriff des ὅλον erfahren. Die Orientierung über das ὅλον gibt Aristoteles Met V,26. Hier wird das καθόλου als eine bestimmte Weise des ὅλον verstanden.
1 Zu diesem Exkurs (S. 78-90) finden sich keine Notizen in der Hs. Heideggers. Er wurde von Hg. auf Grund der Nss. von H.Jonas, Ε Schalk und H.Weiß erstellt.