Seiende in der Eigentlichkeit seines Seins zugänglich wird Das Dasein hat zwei äußerste Möglichkeiten, in denen es auf-deckend ist; diese sind vorgezeichnet durch die genannte Unterscheidung: καθ᾽ ἕκαστον und καθόλου. Es ist auffallend, daß bei dem Ausdruck καθ᾽ ἕκαστον das κατά mit dem Akkusativ, bei dem Ausdruck καθόλου mit dem Genitiv steht. Mit dem Akkusativ pflegt κατά zu bezeichnen: über etwas hin sich erstreckend, während κατά mit dem Genitiv besagt, daß das, worüber hin sich ein Verhalten erstreckt, ausdrücklich ins Auge gefaßt wird, κατά mit dem Genitiv steht z.B. in dem Ausdruck τοξεύειν κατά τίνος, auf jemanden mit dem Bogen schießen, nämlich vom Baum herab. Das ὅλον im καθόλου ist also gemäß der genitivischen Fassung dadurch ausgezeichnet, daß es sich nur insofern zeigt, als es ausdrücklich Thema wird, während das καθ᾽ ἕκαστον in der αἴσθησις von selbst sich zeigt, ohne eigens Thema zu werden.
Diese Auszeichnung des καθόλου gegenüber dem καθ᾽ ἕκαστον wird auch gefaßt durch die Unterscheidung zwischen dem ἀπλῶς γνωριμώτερον und dem πρὸς ἡμᾶς γνωριμώτερον:
1. πρὸς ἡμᾶς γνωριμώτερον bzw. ήμϊν γνωριμώτερον, mit Bezug auf uns bekannter und vertrauter ist das Seiende, das in unserem nächsten Verhalten aufgedeckt ist. Und dies ist das καθ᾽ ἕκαστον, das sich in der αἴσθησις zeigt. Das Seiende, in seinem eigentlichen Sein verstanden, das, was am Seienden immer schon da ist und von dem her alles weitere bestimmt ist, das ist uns zunächst verdeckt.
2. ἀπλῶς γνωριμώτερον, schlechthin, ohne Bezug auf uns, im Hinblick auf das Seiende an ihm selbst ist bekannter das, was am Seienden schlechthin da ist, dergestalt, daß es allem anderen seine Gegenwart gibt Und dies ist das καθόλου, das am meisten durch den λόγος oder den νοῦς zugänglich wird, während unter die αἴσθησις zunächst am meisten das καθ᾽ ἕκαστον fällt.
ἀπλῶς μὲν ούν γνωριμώτερον τὸ πρότερον τοῦ ὑστέρου, οἷον στιγμὴ γραμμῆς καὶ γραμμὴ ἐπιπέδου καὶ ἐπίπεδον στερεοῦ, καθάπερ καὶ