α) τόπος und θέσις (gemäß Phys. V, 1-5).
Die absolute Bestimmtheit (φύσει) des τόπος; die relative Bestimmtheit (πρὸς ἡμᾶς) der θέσις. Das Wesen des τόπος: Grenze (πέρας) und Möglichkeit (δύναμις) des eigentlichen Seins eines Seienden
Der Unterschied zwischen θέσις und τόπος muß ganz kurz klar gemacht werden. Aristoteles betont, daß die mathematischen Gegenstände ούκέντόπω (vgl. Met. XIV, 5; 1092a19 sq), »nicht an einem Platz sind«3. Der moderne Begriff des Raumes ist hier überhaupt zu entfernen. Den τόπος bestimmt Aristoteles zunächst scheinbar ganz naiv, ὅτι μὲν οὖν ἔστιν ὁ τόπος, δοκεῖ δῆλον εἶναι ἐκ τῆς ἀντιμεταστάσεως· ὅπου γὰρ ἔστι νῦν ὕδωρ, ἐνταῦθα ἐξελθόντος ὥσπερ ἐξ ἀγγείου πάλιν ἀὴρέκεϊένεστιν' δτε δέ τόν αὐτὸν τόπον τοϋτον άλλο τι τῶν σωμάτων κατέχει, τοϋτο δή τῶν έγγινομένων καὶ μεταβαλλόντων έτερον πάντων εἶναι δοκεϊ' έν φ γὰρ άήρ ἔστι νΟν, ύδωρ έν τούτω πρότερον ήν, ώστε δῆλον ώς ήν ό τόπος τι καὶ ἡ χώρα έτερον άμφοϊν, είς ήν καὶ έξ ής μετέβαλον (Phys. IV, 1; 208b1 sqq). Der τόπος muß selbst etwas sein. Wenn in einem Gefäß vormals Wasser war und wenn in ihm jetzt Luft ist, so ist der τόπος etwas anderes als das, was ihn ausfüllt. Der Ort war schon, ήν, nämlich vor dem, daß gerade Wasser oder Luft in ihm ist. Das ήν will nicht besagen, daß der τόπος etwas Abgetrenntes wäre, abgetrennt von dem, was in ihm ist; der Ort ist nur etwas anderes als die beiden, die in ihm gewechselt haben. Jetzt folgt bei Aristoteles erst die charakteristische Bestimmung des Ortes: έχει τινὰ δύναμιν (b10 sq), »der Ort hat eine gewisse Kraft« — wenn man dies in üblichem Sinne übersetzt, δύναμις ist hier ganz streng ontologisch verstanden; δύναμις will besagen: Der Platz gehört zum Seienden selbst, er macht gerade die Möglichkeit des eigentlichen Anwesendseins des betreffenden Seienden aus. Diese Möglichkeit ist wie jede Möglichkeit
3 Vgl. S. 101.