das βουλεύεσθαι ist, muß aus der Struktur des βουλεύεσθαι sichtbar werden, wie die φρόνησις die ἀρχαί des Seienden, das ihr Thema ist, der ζωή des Menschen, in den Griff bekommt. Aristoteles fuhrt die Betrachtung durch, indem er 1. die Frage stellt: Welches ist das rechte βουλεύεσθαι? Wie sieht die ευβουλία aus? δεϊ δέ λαβείν καὶ περί ευβουλίας τί έσην (Eth. Nic. VI, 10; 1142a32 sq). An der Struktur der ευβουλία, der Vollzugsart der φρόνησις, wird erst der Charakter der φρόνησις als ἀληθεύειν sichtbar, und dies auch und gerade in der Hinsicht der Aufdeckung der ἀρχή. Die 2. grundsätzliche Frage wird diese sein: Wie steht die φρόνησις, wenn sie, wie die σοφία, die ἀρχή aufdeckt, d.h. den Charakter des νοῦς hat, zum νοῦς selbst? Von da aus können wir den νοῦς verstehen. Das Verständnis des νοῦς von der σοφία und φρόνησις her ist meiner Ansicht nach der einzige Weg, in das schwierige Phänomen des νοῦς einen vorläufigen Einblick zu gewinnen.
§ 22. Die ευβουλία als Vollzugsart der φρόνησις (Eth. Nic. VT, 10)
Die Vollzugsart der φρόνησις ist das βουλεύεσθαι, das selbst ein λογίζεσθαι, ein Durchsprechen, ist. Insofern ist die φρόνησις eine ἕξις μετὰ λόγου. Das Aufdecken der φρόνησις vollzieht sich μετὰ λόγου, im Sprechen, im Durchsprechen von etwas. Dabei ist zu beachten, daß der λόγος, wie er hier in Frage kommt, gefaßt werden muß als Ansprechen von etwas als etwas, als λέγειν χι κ,ατά τίνος. Sofern ein Seiendes angesprochen wird in der Tendenz, es im Ansprechen aufzudecken, liegt darin schon eine διαίρεσις. Sofern ich etwas auf etwas hin anspreche, hat das Ansprechen das angesprochene Seiende auseinander genommen. Alles, was Thema eines λόγος ist, ist als solches ein διαιρετόν. Dagegen ist das Seiende, sofern es in seiner nächsten Begegnisweise zunächst nur καθόλου, im Ganzen, gegeben ist, ein