um auf die Basis zu kommen, die Aristoteles selbst dann fixiert. Μῦθόν τινά Εκαστος φαίνεταί μοι διηγεϊσθαι (242c8), »es scheint so, daß jeder von diesen Alten uns eine Geschichte erzählt über das Seiende«, und zwar uns, παισϊν ώς ούσιν (c8 sq) »gleich als wären wir Kinder«. Damit ist gesagt, daß die Alten, sofern sie vom Sein handelten, über das Seiende etwas erzählten: was an ihm vorkommt, – also gar nicht in die Lage kamen, über das Sein des Seienden etwas auszumachen. Wenn sie z.B. τρία τά δντα erzählten, dann nahmen sie bestimmtes Seiendes heraus, das für sie einen betonten Sinn hatte und erklärten Seiendes aus Seiendem. Das ist der Sinn von: sie »erzählten Geschichten«; d.h. sie bewegten sich naiv in der Dimension des Seienden, und kamen gar nicht in die Dimension des Seins des Seienden.
1. ὁ μέν, der eine sagt: τρία τὰ ὄντα (242c9), des Seienden gibt es drei. Die historische Zuweisung dieser verschiedenen Auffassungen zu einzelnen Schulen und Richtungen ist nicht ganz eindeutig, mindestens nicht da, wo nicht bestimmte Namen genannt sind. So ist es auch unsicher, wer dieser ὁ μέν ist, der sagt, das Seiende sei drei. Zeller vermutet, es sei Pherekydes gewesen2, der allerdings eine charakteristische Dreiheit ansetzte, gekennzeichnet als das eigentlich Seiende, nämlich Zeus oder den Himmel, Chronos, die Zeit, und Chthon, die Erde. Ich kann hier nicht auf eine ausführliche Charakteristik eingehen; die Quellen sind auch spärlich. Ausgiebig hat über die ganz frühen Zusammenhänge der Spekulation Rohde gehandelt in der »Psyche«3. Diese drei, die selbst sind, sind nicht einfach nur starr festgelegt, sondern sie werden im Sinne
2 Eduard Zeller, Die Philosophie der Griechen. Erster Teil, Erste Hälfte. 7. Aufl., Leipzig 1925. S. 102-105.
3 Erwin Rohde, Psyche: Seelenkult und Unsterblichkeitsglaube der Griechen. Erste Hälfte, Freiburg i.Brsg. 1890; Zweite Hälfte, Freiburg i. Brsg. 1894. Insbesondere behandelt Rohde in der 2. Aufl. von 1898, Zweite Hälfte, die Orphiker S. 103-136, die Philosophie S. 137-192.