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Die fundamentalen Entdeckungen

herauszunehmen, die die verhängnisvolle Einführung des Bildbegriffes in der Interpretation der Erkenntnis angestiftet hatte.

Während Wahrheit traditionell auf die beziehenden Akte, Urteile, bezogen wird, wird der Titel ›Sein‹ gern dem Korrelat der nichtbeziehenden, einstrahligen Akte zugesprochen, als Bestimmtheit des Objektes, der Sache selbst. Aber wie bei der Wahrheit eine >Erweiterung< notwendig wird, so hier bei ›Sein‹ nicht nur von der Sache, sondern vom Sachverhalt her — Sein und Sosein. Das mag hinreichen für die Charakteristik der phänomenologischen Interpretation von Sein und Wahrheit. Was wir damit erreicht haben, ist zunächst für das Verständnis von kategorialer Anschauung vorbereitend, zugleich aber von fundamentaler Bedeutung für unsere weiteren sachlichen Erörterungen.


b) Anschauung und Ausdruck


Es wurde schon grundsätzlich auf den Sinn von Anschauung hingewiesen, der nicht notwendig eine Beschränkung auf originäres Erfassen von Sinnlichem ist. Ferner liegt nicht die mindeste Vormeinung in dem Begriff, ob sie mit einem Schlage zu vollziehen sei und isolierte, punktartige Gegenstände gibt. Zugleich haben wir bei der näheren Klärung des intentionalen Zusammenhanges von Intention und Erfüllung und der Herausarbeitung der Evidenz als eines identifizierenden Aktes stillschweigend Phänomene eingeführt, ohne sie zu klären. Die Bestimmung der Wahrheit als Wahrverhalt z. B. eines Sachverhaltes wurde im Rückgang auf Sätze, Aussagen vollzogen, und zwar Aussagen, von denen angedeutet wurde, daß wir sie im Wahrnehmen des Stuhldrages vollziehen.

Aussagen sind Bedeutungsakte, und Aussagen im Sinne des formulierten Satzes sind nur bestimmte Formen der Ausdrücklichkeit im Sùone des Ausdrückens von Erlebnissen oder Verhaltungen durch Bedeutung. Es ist ein wesentliches Verdienst der phänomenologischen Untersuchungen, daß dieser eigent-


Martin Heidegger (GA 20) Prolegomena zur Geschichte Zeitbegriffs