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Nächste Explikation des Daseins

c) Die Bestimmung der Grundstruktur der Weltlichkeit als Bedeutsamkeit


Die Fundierung des nächst anwesenden Zuhandenen in der immer schon anwesenden Vorhandenheit, primär die Fundierung dieses Seinscharakters Zuhandenheit und Vorhandenheit in der Besorgtheitspräsenz, hat uns einen ersten phänomenologischen Einblick in die Begegnisstruktur der Weltlichkeit verschafft. Die Begegnisfunktion der Besorgtheitspräsenz hat sich uns damit in einem merkwürdigen Vorrang gezeigt. Wenn hierdurch fundamentale Charaktere herausgestellt sind, dann muß die weiterdringende phänomenologische Interpretation dieser Präsenz die Weltlichkeit zu einem durchsichtigeren kategorialen Verständnis bringen. Dabei wird dann die konstitutive Funktion der Vertrautheit, die eigens als ein Weltlichkeitsfaktor bestimmt wurde, deutlich werden. Wir werden dieses Moment später im Zusammenhang der näheren Bestimmung der Präsenz des Besorgten, d. h. der Werkwelt im besonderen genauer bestimmen. Jetzt bedarf diese Analyse der Begegnisstruktur der Umwelt noch einer grundsätzlichen Klärung in der Richtung des Phänomens, das wir zu Anfang unserer Analyse ohne genauere Bestimmung einfach einführten. Wir sagten nämlich: Umweltdinge begegnen in Verweisungen, im Charakter des ›dienlich-zu‹, ›verwendbar-für‹, ›beiträglich-zu‹ und dergleichen; Weltlichkeit sei in Verweisungen konstituiert, und diese Verweisungen selbst stünden in Verweislingszusammenhängen, Verweisungsganzheiten, die letztlich auf die Präsenz der Werkwelt zurückweisen. Nicht Dinge, sondern Verweisungen seien es, die in der Begegnisstruktur der Welt die primäre Funktion haben, nicht Substanzen, sondern die Funktionen, um diesen Tatbestand in einer Formel der ›Marburger Schule‹ auszudrücken.


Martin Heidegger (GA 20) Prolegomena zur Geschichte Zeitbegriffs