a) Die Fehlinterpretation des Phänomens der Verweisung als Substanz und Funktion
Man könnte sich in der Tat die gegebene Analyse der Umweltstruktur aus der Orientierung an dieser bestimmten Erkenntnistheorie der Marburger Schule zurechtlegen, aber sich auch damit das Verständnis des Phänomens verderben. Zwar ist mit dem Gegensatz Substanzbegriff und Funktionsbegriff, auf den die Erkenntnistheorie der Marburger besonderen Wert legt, ohne Frage etwas Wichtiges gesehen, aber erstens lediglich in der Fragestellung nach der Objektivität der Natur als Objekt der mathematischen Naturwissenschaft. Gerade in diesem Zusammenhang wurde dieser Gegensatz gefunden, d. h. in der Orientierung darauf, daß die spezifische Bestimmung der Objektivität der Welt als Natur in der Fixierung der räumlich-zeitlichen Beziehungen verläuft, ausgedrückt in mathematischen Funktionsverhältnissen. Dementsprechend konstituiert sich dann die eigentliche Realität der Natur in diesen Funktionsverhältnissen, wie sie z. B. ein Zusammenhang von Differentialgleichungen der mathematischen Physik ausdrückt. Darin als der gültigen Erkenntnis ist die Objektivität der Natur und damit das Sein der Natur gegeben, und deshalb hat der Funktionsbegriff, im weitesten Sinne das Mathematische, gegenüber dem Substanzbegriff einen primären Vorzug in der Konstitution der Welt. Dieser Unterschied ist in diesem Zusammenhang lediglich in der Orientierung an der wissenschaftlichen Erkenntnis von Natur gewonnen.
Zweitens aber, was mit der genannten Beschränkung auf eine abgeleitete Stufe von Realität zusammengeht, ist der Gegensatz Substanz — Funktion selbst gerade nicht geklärt. Weder ist Substanz in ihrer Struktur und Genesis verstanden, noch ist die Funktion in ihrer phänomenalen Genesis selbst abgeleitet aus einem ursprünglicheren Phänomen. Die Funktion wird einfach mit dem Denken selbst und dem Denkprozeß als gegeben gesetzt.