Und nur sofern solche Verständlichkeit — Bedeutung - zum Dasein schon gehört, kann dieses sich lautlich so äußern, daß diese Verlautbarungen Worte sind, die nun so etwas wie Bedeutung haben. Weil Dasein in seinem Sein selbst bedeutend ist, lebt es in Bedeutungen und kann sich als diese aussprechen. Und nur weil es solche der Bedeutung zuwachsende Verlautbarungen gibt, d. h. Worte, deshalb gibt es Wörter; d. h. nun erst können von der Bedeutung die durch sie selbst geprägten Sprachgestalten ablösbar werden. Ein solches Ganzes von Verlautbarungen, in dem gewissermaßen das Verständnis eines Daseins erwächst und existenzial ist, bezeichnen wir als Sprache; wobei, wenn ich vom Ganzen des Daseins spreche, ich nicht das einzelne Dasein meine, sondern das Miteinandersein als ein geschichtliches. Welche Seinsart das Phänomen hat, das wir Sprache nennen, ist im Grunde bis heute dunkel. Die Sprache, die jeden Tag wächst, und jeden Tag zerfällt, von Generation zu Generation anders wird, oder auch Jahrhunderte hindurch tot ist, dieses eigentümliche Sein der Sprache selbst ist noch gänzlich unaufgeklärt, mit anderen Worten, im Grunde ist die Seinsart dessen, was in aller Philologie und Sprachwissenschaft Thema ist, ontologisch völlig rätselhaft. Man kann insofern etwas sagen über das Sein der Sprache, sofern Sprache nur möglich ist dadurch, daß es Verständnis gibt, d. h. Dasein, zu dem die Struktur des Verstehens gehört; und da Dasein in sich selbst als verstehendes und bedeutendes geschichtlich ist, ist die eigentümliche Seinsart der Wortmannigfaltigkeit,