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§ 13. Möglichkeit des λόγθς falsch zu sein

etwas als etwas - der λόγος als bestimmende Aussage. So enthüllt sich ein innerer Zusammenhang zwischen der Seinsstruktur des Beisammen und der Als-Struktur, die schon als hermeneutische Grundstruktur angezeigt wurde.

Wir fassen jetzt die Strukturbedingungen der Falschheit zusammen. Es sind drei:

1. Die Tendenz zur Entdeckung von etwas - das vorgängige Meinen und Haben des Worüber.

2. In diesem entdeckenden Grundverhalten als von ihm durchherrscht und geführt ein Sehenlassen des Worüber vom anderen her, denn nur auf Grund dieser Struktur besteht die Möglichkeit des Ausgebens von etwas als etwas.

3. Dieses Sehenlassen vom anderen her gründet zugleich in der Möglichkeit des Beisammen von etwas mit etwas.

Vergegenwärtigen wir uns vor der weiteren Erörterung ein triviales Beispiel der Täuschung und Verdeckung des Seienden: Ich gehe im dunklen Waid und sehe zwischen den Tannen etwas auf mich zukommen - ein Reh, sage ich. Die Aussage braucht nicht explizit zu sein. Bei der Annäherung zeigt sich — es ist ein Strauch, auf den ich zugehe; im verstehenden, besprechenden Umgehen habe ich mich verdeckend verhalten, die unausdrückliche Aussage ließ das Seiende als etwas anderes sehen als es ist.

In dieser Täuschung sind jetzt die drei Bedingungen aufzuweisen:

1. Notwendig ist, daß ich vorgängig schon etwas vorgegeben habe, etwas auf mich Zukommendes. Begegnete mir nicht schon im vorhinein etwas, so wäre kein Anhalt dafür, etwas auszugeben als; immer schon vorgängige Erschlossenheit von Welt.

2. Daß ich dieses im Zugehen überhaupt nehme als etwas, d. h. nicht gleichsam im Wald stehe und schlicht etwas vor mir habe im Felde des alltäglichen Erfahrens - eine rein fingierte Situation - vielmehr: unausdrücklich begegnet mir ja immer schon Verstandenes, etwas, das vor-ausgelegt ist als etwas, das so genommen und in der Haltung des Umgehens mit der Welt

GA 21