Ein ontologisches Problem, das der Gegensätze, durch Physik lösen. Lehre von den Gegensätzen ist kein Beiwerk, sondern das eigentliche Problem. Keine kosmogonische Frage: aus Urzustand durch mechanische Prozesse in die jetzige Gestalt überführen.
Wechsel ist kraft des Gesetzes, des ταὐτόν8. Heraklits Prinzip ist nicht das Feuer, sondern ἓν τὸ σοφόν, λόγος. Feuer ist nur eine Erscheinungsform der Weltvernunft. πῦρ — πάντα ῥεῖ, vielmehr [?]: [?]9 ist Wandel und Bestand. Dieses Eine im Entgegengesetzten ist θεός10. Nicht πάντα ῥεῖ; kein einziges Fragment sagt: Alles ist nur Übergang und Wechsel, nirgends Dauer und Beharrlichkeit, sondern Beharren im Wechsel, ταὐτόν im μεταπίπτειν, μέτρον im μεταβάλλειν. Alles in der Welt ist ταὐτόν, das Warme kalt, das Kalte warm.
§ 20. Die Hauptthemen des Heraklitischen Denkens1
Gegensatz und Einheit, ἓν τὸ σοφόν (Frgm. 32), παλίντροπος ἀρμονίη, »gegenstrebige Einigung« (Frgm. 51). Feuer als Symbol. Vernunft: λόγος. Seele: ψυχή.
Text: 126 Fragmente2. Im folgenden eine Auswahl der philosophisch wichtigen im Hinblick auf die genannten Fragen.
a) Frage nach Gegensätzlichkeit und Einheit
Prinzip3 ist das Eine, Allweise, θεός. Frgm. 108; Frgm. 67; Frgm. 78; Frgm. 102; Frgm. 56: Was nicht zu sehen und zu greifen als Seiendes, Vorhandenes, sondern was nur verstehbar ist, unterschieden von allem Seienden. Alles ist Gegensatz und Spannung,
8 Vgl. Frgm. 88.
9 Die Textstelle konnte nicht entschlüsselt werden.
10 Vgl. Disposition unten § 20 a.
1 S. Anhang, Nachschrift Mörchen Nr. 25, S. 230.
2 Bei Diels I, 4. Aufl., 12 B; 6. Aufl., 22 B.
3 S. Anhang, Nachschrift Mörchen Nr. 25, S. 231 f.
Basic Concepts of Ancient Philosophy p. 49