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§ 9. Zusammenfassung

2. Das Meldende selbst, die Erscheinung der Rote im Gesicht.

3. Soviel wie Phänomen.

4. Bloße Erscheinung; Ausstrahlung dessen, was es meldet, um es ständig zu verhüllen.

Kant gebraucht Erscheinung in der Verkoppelung von 4 und 3.



§9. Zusammenfassung1


In den Grundziigen — so der Zweck der Vorlesung — der Begriff der Philosophie bestimmt und ihre Methode charakterisiert, d. h. deutlich gemacht, mit welchen Augen wir die Geschichte der neueren Philosophie sehen: phänomenologisch im Hinblick auf die ontologischen Grundprobleme.

Diese vierfach: Frage nach dem Sein überhaupt — Sein des Menschen — Sein der Natur — nach Seinsverstandnis: Daseinsauslegung, Naturerklarung, d. h. Erkenntnis der Wahrheit.

Wissenschaft vom Sein umgrenzt, ihre methodische Charakteristik. Aber doch die Hauptsache außer acht gelassen. Bestimmung einer Wissenschaft nicht durch ihren Gegenstand definieren!, Definition!

Definition von »Sein« — communis opinio —Schluß daraus! Einzige Folge, daß hier Klarung Grundaufgabe der Philosophie ist. Wenn kritisch und Kritik erst zu Sein, dann nur in der Forschung selbst zu gewinnen!

Gleichwohl Möglichkeiten des Sinnes des Seins zu umgrenzen. Aber schon die Frage nach dergleichen Sinn und ihre Möglichkeit eine eigene Problematik. Sein und Zeit. Im Wesen der kritischen Wissenschaft: Die Charakteristik ihres Wesens kann nur anzeigen, was jeder versteht und was selbstverständlich und zugleich das radikalste Problem ist. Positive Wissenschaft kennt das Vorliegende bereits.


1 [Uberschrift von Heidegger.]


Martin Heidegger (GA 23) Geschichte der Philosophie von Thomas von Aquin bis Kant