Der universale Ansatz des Wahrheitsproblems verliert aber damit wieder seine ontologische Bedeutung. Denn das verum ruckt eigentlich jetzt weg vom Seienden und seinem Sein und wird eine Bestimmung eines besonderen Seienden. Intellectus und gar noch eine bestimmte Verhaltungsweise desselben (compositio — divisio); mehr noch, die Frage nach Sein und Wahrheit überhaupt als universal-ontologische wird zu einer solchen der metaphysica specialis, der rationalen Theologie, ohne daß wieder der ursprungliche Boden des zufällig angenommenen Ansatzes der Wahrheitsproblematik erreicht wurde.
Veritas quae remanet destructis rebus, est Veritas intellectus divini. [Qu. disp. de veritate, qu. 1,] art. 4 ad 3.
Cognitum est in cognoscente per modum cognoscentis.
17. (zu S. 54)
Essentia — res. Id, secundum quam esse dicitur.
Jedes Seiende ist ein Was-sein.
Sein schlechthin weder Was-sein noch Daß-sein! Ist diese Abstraktion möglich?
Ens sumitur ab actu essendi, qu. 1, a. 1, c.
Ens indivisum, nicht unterschieden gegen, sondern an ihm selbst; selbig mit sich selbst.
18. (zu S. 55)
Res — omne ens verum, aber nicht durch sich selbst, sondern in ordine ad animam. Zwar jede res wahr und am Ende doch nicht ursprunglich. In ihr die Wahrheit selbst und die Möglichkeit, daß sie wahr sein kann. Hier kündigen sich grundsatzliche Schwierigkeiten an, die schon bei schärferem Zusehen im Einteilungsprinzip sichtbar wurden. Fur Thomas zwar kein Problem, aber fur uns; nicht weil wir einen anderen sogenannten Standpunkt hätten