kommt und überhaupt erst handlich wird. So zeigt sich, wenngleich noch unbestimmt, auch hier eine Beziehung auf das ›Subjekt‹, auf das Dasein: das Vorhandene vor der Hand haben als Her-gestelltes einer Her-stellung, als Wirkliches einer Verwirklichung. Das entspricht der Bedeutung von actualitas und ένέργεια, d. h. der Tradition des Begriffes. In der neueren Zeit ist es üblich, den Begriff der Wirklichkeit und des Wirklichen anders zu interpretieren. Man faßt ihn im Sinne des auf das Subjekt Einwirkenden oder in dem Sinne, daß es dasjenige ist, was auf anderes wirkt, mit anderem in einem Wirkungszusammenhang steht; die Wirklichkeit der Dinge besteht darin, daß diese unter sich Kraftwirkungen ausüben.
Die beiden Bedeutungen von Wirklichkeit und Wirklichem, auf das Subjekt Einwirkendes oder auf anderes sich Auswirkendes, setzen die erste Bedeutung, welche die ontologisch primäre ist, voraus, d. h. Wirklichkeit verstanden mit Rücksicht auf Verwirklichung und Gewirktheit. Das Einwirkende auf das Subjekt muß selbst schon wirklich sein im ersten Sinne des Wortes, und Wirkungszusammenhänge sind nur möglich, wenn das Wirkliche vorhanden ist. Es ist ontologisch unzutreffend und unmöglich, von diesen beiden letztgenannten Bedeutungen aus die Wirklichkeit und ihren ontologischen Sinn zu interpretieren. Vielmehr muß Wirklichkeit, wie der traditionelle Begriff actualitas sagt, mit Rücksicht auf Verwirklichung verstanden werden. Es ist aber völlig dunkel, wie von hier aus die Wirklichkeit verstanden werden soll. Wir versuchen, in dieses Dunkel etwas Licht zu bringen und den Ursprung der Begriffe essentia und existentia aufzuklären und zu zeigen, inwiefern beide Begriffe aus einem Seinsverständnis geschöpft sind, das das Seiende mit Rücksicht auf ein Verwirklichen, oder wie wir allgemein sagen, auf ein herstellendes Verhalten des Daseins auffaßt. Die beiden Begriffe essentia und existentia sind einer Interpretation des Seienden mit Rücksicht auf das herstellende Verhalten entwachsen, und zwar auf ein herstellendes Verhalten, das in dieser Interpretation nicht eigens