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These der neuzeitlichen Ontologie

Bestimmung der Seinsverfassung des Daseins und der Innerweltlichkeit als einer möglichen, nicht notwendigen Bestimmung des Vorhandenen noch einmal durch gegenseitige Abhebung zu charakterisieren.

Innerweltlich Seiendes ist z. B. die Natur. Dabei ist es gleichgültig, wie weit die Natur wissenschaftlich entdeckt ist oder nicht, gleichgültig, ob wir dieses Seiende theoretisch physikalisch-chemisch denken, oder ob wir die Natur in dem Sinne meinen, daß wir sagen >die Natur draußen«, Berg, Wald, Wiese, Bach, Ährenfeld und Vogelruf. Dieses Seiende ist innerweltlich. Aber Innerweltlichkeit gehört gleichwohl nicht zu seinem Sein, sondern im Umgang mit diesem Seienden, Natur im weitesten Sinne, verstehen wir, daß dieses Seiende ist als Vorhandenes, als Seiendes, auf das wir stoßen, an das wir ausgeliefert sind, das von sich her immer schon ist. Es ist, ohne daß wir es entdecken, d. h. ohne daß es innerhalb unserer Welt begegnet. Innerweltlichkeit fällt diesem Seienden, der Natur, dann lediglich zu, wenn es als Seiendes entdeckt ist. Die Innerweltlichkeit muß als Bestimmung der Natur ihr nicht zufallen, sofern kein Grund beigeführt werden kann, der einsichtig macht, daß ein Dasein notwendig existiert. Wenn aber Seiendes, das wir selbst sind, existiert, d. h. wenn ein In-derWelt-sein ist, dann ist eo ipso auch faktisch in mehr oder minder weitem Ausmaß Seiendes als innerweltliches entdeckt. Zum Sein des Vorhandenen, der Natur, gehört nicht Innerweltlichkeit als eine Bestimmung seines Seins, sondern als eine mögliche Bestimmung, aber eine notwendige Bestimmung für die Möglichkeit derEntdeckbarkeit der Natur. Zur entdeckten Natur, d. h. zum Seienden, sofern wir uns zu ihm als enthülltem verhalten, gehört es, daß es je schon in einer Welt ist, aber zum Sein der Natur gehört nicht Innerweltlichkeit. Dagegen gehört zum Sein des Daseins nicht Innerweltlichkeit, sondern das Inder-Welt-sein. Innerweltlichkeit kann ihm nicht einmal zufallen, jedenfalls nicht wie der Natur. Andererseits fällt Inder-Welt-sein dem Dasein nicht als eine mögliche Bestimmung

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