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Ontologische Differenz

αίσθανόμεθα καΐ χρόνου43, zugleich mit der Bewegung nehmen wir im Hinblick auf das Bewegte Zeit wahr. Wo Bewegung erfahren ist, da ist Zeit enthüllt, καί γάρ έαν η σκότος καί μηδέν διά τοϋ σώματος πάσχωμεν, κίνησις δέ τις έν τη ψυχη ένη, εΰθύς αμα δοκεΐ τις γεγονέναι καί χρόνος44. Es ist nicht notwendig, daß wir die Bewegung innerhalb des Vorhandenen erfahren. Auch wenn Dunkelheit besteht, d. h. wenn uns durch das Dunkel das Seiende, das Vorhandene, verhüllt ist, wenn wir aber gleichwohl uns selbst erfahren, unsere seelischen Verhaltungen, so ist mit der Erfahrung εύθύς αμα, zugleich auch schon immer Zeit gegeben. Denn auch die seelischen Verhaltungen unterstehen der Bestimmung der Bewegung - Bewegung weit gefaßt im Aristotelischen Sinne und nicht notwendig als Ortsbewegung. Die Verhaltungen sind in sich nicht räumlich, aber sie gehen ineinander über, eine schlägt in die andere um. Wir können uns verhaltend bei etwas aufhalten. Wir erinnern uns an die Stelle aus De interpretatione : ΐστησι ή διάνοια45, das Denken steht bei etwas still. Auch die Seele hat den Charakter des Bewegten. Selbst wenn wir kein Bewegtes im Sinne des Vorhandenen erfahren, ist uns dennoch im Erfahren unser selbst im weitesten Sinne Bewegung und damit Zeit enthüllt.

Hieraus entsteht aber ein schwieriges Problem, πότερον δέ μή οΰσης ψυχής εΐη δν ό χρόνος ή οΰ: ob, wenn keine Seele, Zeit ist oder nicht. Aristoteles interpretiert das näher: άδυνάτου γάρ δντος εϊναι τοΰ άρι/θμήσοντος άδύνατον καί άριθμητόν τι εἶναι, ωστε δηλον οτι ούδ' άριθμός. άριθμός γάρ ή τό ήριθμημένον ή τό άριθμητόν. ε'ι δέ μηδέν δλλο πέφυκεν άριθμεΐν ή ψυχή καί ψυχής νοΰς, άδύνατον ειναι χρόνον ψυχης μή οΰσης, άλλ' η τοΰτο δ ποτε δν έ'στιν ό χρόνος, οΐον εί ένδέχεται κίνησιν εἶναι ανευ ψυχής. τό δέ πρότερον καί υστερον έν κινήσει έστίν· χρόνος δέ ταΰτ' έστίν fi άριθμητά


43 Phys. Δ 11, 219 a 3 f.

44 a.a.O., 219 a 4-6.

45 Arist., de interpr., 16 b 20.

46 Phys. Δ 14, 223 a 21 f.

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