Das Wesen der Wahrheit im ganzen ist also nur als Transzendenzproblem überhaupt zu klären.
§ 10. Das Transzendenzproblem und das Problem von Sein und Zeit
Das Seinsverständnis bildet das Grundproblem der Metaphysik überhaupt. Was besagt ›Sein‹? ist die Grundfrage der Philosophie schlechthin. Die Problemstellung und ihre Wiederholung« in »Sein und Zeit« ist hier nicht darzustellen; statt dessen wollen wir sie von außen her in Leitsätzen exponieren und so das >Transzendenzproblem< fixieren.
a) Zunächst eine allgemeine Kennzeichnung: Den Ansatz des Problems bildet die Fundamentalontologie als Analytik der Existenz des Daseins. Diese Analytik geschieht in fundamentalontologischer Absicht und einzig in dieser; von da her sind Ansatz, Durchführung, Grenze und die Art der Konkretion bestimmter Phänomene geregelt. Aus der Seinsart des Daseins, die primär Existenz ist, ist das Seinsverständnis ans Licht zu bringen. Diese Seinsverfassung des Daseins ist von der Art, daß darin die innere Möglichkeit des zum Dasein wesenhaft gehörigen Seinsverständnisses aufweisbar wird. Daher geht es nicht um Anthropologie und nicht um Ethik, sondern um dieses Seiende in seinem Sein überhaupt — und darum um eine vorbereitende Analytik; die Metaphysik des Daseins selbst steht noch nicht im Zentrum.
b) Die Leitsätze:
1. Für das Seiende, das Thema der Analytik ist, wurde nicht der Titel >Mensch<, sondern der neutrale Titel >das Dasein< gewählt. Damit ist das Seiende bezeichnet, dem seine eigene Weise zu sein in einem bestimmten Sinne ungleichgültig ist.
2. Die eigentümliche Neutralität des Titels >das Dasein< ist wesentlich, weil die Interpretation dieses Seienden vor aller