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Die Metaphysik des Satzes vom Grunde

lation des Seins, 3. den veritativen Charakter des Seins, 4. die Regionalität des Seins und die Einheit der Idee des Seins.

Das Problem des Seins ist demnach als zentrales, universales und radikales deutlich gemacht. Wir haben einen Einblick in das, was es besagt, nach der inneren Möglichkeit von so etwas wie Seinsverständnis überhaupt zu fragen, welches Seinsverständnis die Wesensauszeichnung der menschlichen Existenz ist. Wir sahen nun aber bei der Kennzeichnung der vulgär verstandenen, der ontischen Transzendenz, wie sie in der Intentionalität liegt, daß das Verhalten zu Seiendem, das ontische Verhalten, Seinsverständnis voraussetzt, das heißt: daß die ontische Transzendenz noch selbst gegründet ist in der ursprünglichen, in der Urtranszendenz, die somit Bezug hat zum Seinsverständnis. Die Problematik bezüglich dieses Problems ist jetzt gezeigt, und das besagt rückläufig: Das Transzendenzproblem und somit das Wahrheitsproblem und damit das Problem des Grundes sind nur zu stellen in der Problemdimension, die das Seinsproblem überhaupt vorzeichnet. Mit anderen Worten: das Transzendenzproblem ist ebenso universal und radikal wie das Seinsproblem überhaupt zu stellen. Es ist demnach kern Problem, das auf die Beziehung des Subjekts zu den von ihm unabhängigen Dingen eingeschränkt wäre, und nicht eine Frage nach einer bestimmten Region von Seiendem. Man darf aber auch nicht Halt machen bzw. anfangen bei einer irgendwie vom Himmel gefallenen Subjekt-ObjektBeziehung, sondern wie für das Seinsproblem überhaupt ist für die Transzendenz die Subjektivität des Subjekts selbst die zentrale Frage.

Hierzu drei Thesen:

1. Seiendes ist an ihm selbst das Seiende, was es ist und wie es ist, auch wenn ζ. B. Dasein nicht existiert.

2. Sein ›ist‹ nicht, sondern Sein gibt es nur, sofern Dasein existiert. — Im Wesen der Existenz liegt Transzendenz, d. h. Geben von Welt vor allem und für alles Sein zu und bei innerweltlichem Seiendem.

GA 26