Nur weil Dasein als existierendes in einer Welt ist, kann es lernen, sich so und so zu Seiendem zu verhalten und mit ihm sich auseinanderzusetzen; aber nicht kommt es dadurch erst zum Seienden.
2. Transzendenz besagt nicht das Überschreiten einer Schranke, die zunächst das Subjekt in einem Innenraum einsperrte. Sondern was überschritten wird, ist das Seiende selbst, das dem Subjekt offenbar werden kann, und zwar gerade auf dem Grunde seiner Transzendenz. Damit, daß der Überschritt mit dem Dasein existiert, und somit Seiendes, das das Dasein nicht ist, überschritten wird, kommt solches Seiendes als solches, d. h. an ihm selbst zum Vorschein. Die Transzendenz, die im vorhinein Seiendes, und nichts anderes, übersprungen hat, ermöglicht allererst, daß dieses zuvor Übersprungene ah Seiendes ontisch gegenübersteht und als Gegenüberstehendes nun an ihm selbst erfaßbar ist.
Was das Dasein in seiner Transzendenz überschreitet, ist also nicht eine Kluft oder eine Schranke >zwischen< ihm selbst und den Objekten, sondern gerade das Seiende, unter dem es qua faktisches Dasein auch ist, wird vom Dasein überschritten. Die Objekte werden zuvor überschritten, genauer: das Seiende, was hernach Objekt werden kann. Das Dasein ist geworfenes, faktisches, durch seine Leiblichkeit ganz inmitten der Natur, und gerade darin, daß dieses Seiende, inmitten dessen es ist und wozu es selbst gehört, von ihm überschritten wird, hegt die Transzendenz. Mit anderen Worten: das Dasein ist als transzendierendes über die Natur hinaus, obzwar es als faktisches von ihr umschlungen bleibt. Als transzendierendes, d. h. als freies ist das Dasein der Natur etwas Fremdes.
3. >Wohin< das Subjekt als Subjekt transzendiert, ist nicht ein Objekt, überhaupt nicht dieses oder jenes Seiende, sei es ein bestimmtes Ding oder ein Wesen seinesgleichen oder ein sonstiges Lebewesen. Das Objekt bzw. Seiende, das den Begegnischarakter haben kann, ist das Überschrittene, nicht das Wohin. Wohin das Subjekt transzendiert, ist das, was wir Welt nennen.
The Metaphysical Foundations of Logic p. 166