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Die Metaphysik des Satzes vom Grunde

metaphysischen Verfassung, aufgrund des In-der-Welt-seins über alles Seiende der Möglichkeit nach immer schon hinaus ist — und in diesem Hinaussein-über nicht in das absolute Nichts stößt, sondern umgekehrt gerade in diesem Hinaussein- über sich die Verbindlichkeit qua Welt vorhält und in diesem Widerhalt erst und gerade sich an Seiendes halten kann und muß. Im Hinblick auf dieses Grundphänomen der Transzendenz gilt es nun, die Zeithchkeit zu fassen.

Was ist die Zeitlichkeit selbst, und wie bringen wir sie uns näher? Über die Zeit kann man in mannigfacher Weise spekulieren, man kann irgendwo anfangen und versuchen, sie zu analysieren und auszudeuten. Für uns handelt es sich aber nicht um die übliche isolierte philosophische Spekulation über die Zeit, mit der immer auf irgendeinem Wege zu anderen philosophischen Problemen zu gelangen ist. Vielmehr steht die Zeit, wie gezeigt, in einem freilich noch dunklen Bezug zum Verstehen von Sein überhaupt. Sie beansprucht daher eine zentrale systematische Funktion in der Metaphysik überhaupt; die Interpretation der Zeit muß also von da her primär geleitet sein. Der Weg zu ihr ist nicht einfach. Der, den ich selbst ging, ist nicht der einzige; aber jeder ist weit und reich an Hindernissen. Für unsere Zwecke wähle ich ein anderes Verfahren: Wir versuchen mehr direkt dogmatisch auf das Wesen der Zeit hinzudeuten, was besagt, die vulgäre Fragestellung bezüglich der Zeit auszuschalten.

Ich versuche die Hauptrichtlinien der vulgären Zeitauffassung kurz darzulegen:

1. Die Zeit ist zunächst selbst ein irgendwo und irgendwie Vorhandenes, das in Bewegung ist, und zwar abfließt, wie wir sagen: vergeht.

2. Diese Zeit als die vergängliche (gewissermaßen das Exempel der Vergänglichkeit überhaupt) ist etwas ›in der Seele‹, im Subjekt, im Bewußtsein drinnen, daher es eines inneren Bewußtseins bedarf, um der Zeit habhaft zu werden. Demzufolge sind die Möglichkeiten der Zeitauffassung und -interpretation