133
§ 17. Die Offenbarkeit des Daseins qua Da-sein

so die, daß zu der in Frage stehenden Seinsart Wahrheit gehört, daß Dasein nicht identisch ist mit Subjekt, daß die Subjektivität bisher immer unterbestimmt war, so daß man glauben konnte, solche Wesensbestände der Subjektivität wie das Sein bei . . . und das Miteinander erst - auf Grund eines unzulänglichen Subjektbegriffes - als nachträgliche Zugaben gewinnen zu kön-nen. Im Ganzen ergab sich demnach eine mehrfache Auflocke-rung von Problemzusammenhängen, die wir künftig nicht so sehr erweitern als radikalisieren müssen. Für unsere nächste Absicht ist nun auch mit dem Bisherigen diejenige Vorbereitung gewonnen, mit deren Hilfe wir die positive Aufweisung der Art der Zugehörigkeit von Wahrheit qua Unverborgenheit des Vor-handenen zum Dasein wagen können.

Unsere These, durch die das Miteinandersein als eine eigen-tümliche Seinsart des Daseins gekennzeichnet werden soll, lautete: Unverborgenheit von Vorhandenem (Entdecktheit) ist ihrem Wesen nach solches, worein Dasein mit Dasein sich teilt, mag ein anderes Dasein faktisch zugegen sein oder nicht, mag das andere Dasein die Wahrheit sich ausdrücklich zueignen oder nichti. Unverborgenheit von Vorhandenem ist wesenhaft ein Ge-meinsames, gehört nie einem einzelnen Dasein als einzelnem. Die Unverborgenheit steht in eigentümlicher Weise jedermann zur Verfügung. Jedes Dasein muß demnach als entdeckendes die Entdecktheit des Entdeckten immer auch schon frei- und weg-gegeben haben. Die Unverborgenheit des Vorhandenen gehört nicht zum Vorhandenen, sondern zum Dasein; aber sie gehört dem Dasein derart, daß sie gleichwohl nicht als eingehegter Einzelbesitz in ihm liegt. Die Unverborgenheit ist auch nicht etwa zunächst Einzelbesitz und dann weggegeben, sondern das Zum-Dasein-gehören ist eine Weggabe. Wie ist dergleichen möglich und warum ist es notwendig so?

Wir sahen: Das Vorhandene gibt sich als unverborgenes in unserem Sein bei . . ., sofern dieses von Hause aus entdeckend ist. Das Dasein kann gar nicht so neben und bei einem Vorhan-denen sein, wie ein Vorhandenes »bei« Vorhandenem ist; alles