wir daher allgemein ontische Wahrheit nennen. Unverborgenheit des Seins heißt dann entsprechend ontologische oder vorontologische Wahrheit.
§28. Ontische und ontologische Wahrheit Wahrheit und Transzendenz des Daseins
Es ergibt sich also folgende Unterscheidung:
1. Wahrheit des Seins: Unverborgenheit qua Enthülltheit; vorontologische, ontologische Wahrheit.
2. Wahrheit des Seienden: Unverborgenheit qua Offenbarkeit; ontische Wahrheit.
a) Offenbarkeit qua Erschlossenheit: Unverborgenheit des Daseins.
b) Offenbarkeit qua Entdecktheit: Unverborgenheit des Vorhandenen, Zuhandenen.
Wenn nun das In-der-Wahrheit-sein um der Wahrheit willen, d.h. ontische positive Wahrheit der Wissenschaft nur möglich ist in und durch den Entwurf der Seinsverfassung, dieser vorgangige Entwurf aber eine Art von Seinsverständnis ist, dieses als Verstehen von Sein dergleichen wie Sein enthüllt, also wahr ist, so gründet das spezifische In-der-Wahrheit-sein als Wissenschaft, diese ontische Wahrheit, in der ontologischen Wahrheit.
Nun ist aber die wissenschaftliche Wahrheit nur eine Art und Möglichkeit des Offenbarmachens des Seienden, und das Dasein verhält sich zu Seiendem weithin, ohne Wissenschaft als solche zu vollziehen. Alles und jedes Verhalten zu Seiendem, jede ontische Wahrheit jeglicher Art ist nur möglich auf dem Grunde der ontologischen Wahrheit. Ferner ergab sich uns, daß es zum Wesen des menschlichen Daseins gehört, in der Wahrheit zu sein, d.h. als erschlossenes Seiendes sich zu offenbarem Seienden zu verhalten; ja, wir versuchten an Hand dieser Kennzeichnung der Wahrheit eine erste Umgrenzung des auszeichnenden Wesens des Daseins selbst — im Unterschied zum