b) Entartung der Bergung:
zum Betrieb gewordene Weltanschauung
Die Charakteristik dieser einen Grundmöglichkeit von Weltanschauung, deren Halt den Charakter der Bergung im Seienden hat, dazu das Dasein sich verhält, sollte vor allem dazu dienen, uns gleichsam einen Hintergrund zu schaffen, gegen den wir eine andere Grundmöglichkeit von Weltanschauung abheben. Nach dem eben Erörterten muß sich auch diese dadurch bestimmen lassen, daß wir wieder fragen nach einer anderen möglichen Art der Offenbarkeit und demnach Auslegung der Halt-losigkeit. Wir sagten aber bereits: die Möglichkeiten tauchen nicht nebeneinander auf, sondern haben wesensgeschichtliche Zusammenhänge, bei denen jeweils die Formen der Entartung und des Ersatzes der Weltanschauung in ihrer eigentümlichen produktiv veranlassenden Funktion sich zeigen.
Ohne daß wir diese Wesensgeschichte jetzt im einzelnen konstruieren und etwas über faktische Weltanschauungen im echten Sinne und Religionen aussagen, läßt sich das eine verständlich machen: Wenn sich eine Weltanschauung als Bergung ausbildet, dann liegt es in ihrem eigensten Sinne, das Ganze der Wege und Mittel zum Heil in einer bestimmten und verbindlichen Gestalt auszubilden und in jede einzelne Verhaltungsweise des konkreten Daseins hineinzubilden, um es durchgängig zu durchherrschen und eben damit zu sichern.
Diese im eigensten Sinn der Bergung notwendige objektive Verfestigung und Herrschaft, das öffentliche Angebot und die überlieferte Zugänglichkeit der Mittel trägt nun in sich selbst den Keim der Entartung. Wir sehen dabei ab von den Machtund Herrschaftsgelüsten und der Gewinnsucht bei denjenigen, die eine solche Heilsorganisation verwalten; die Auswirkung solcher Instinkte ist hier wie in anderen Bezirken menschlicher Existenz unvermeidlich; sie kann in sich aber nicht schon das Ganze der Heilsidee, Heilsmittel und -wege gefährden und erschüttern. Wohl aber sind es diese Mittel und Wege selbst in