dar als Schein der höchsten Wirklichkeit, als Handeln, »es geschieht etwas«. Sofern die der Haltung entsprechende Haltlosigkeit im Betrieb liegt, dieser aber in sich als Modus der Bergung fungiert, bleibt die Haltung in wesensmäßigem Zusammenhang mit der Bergung selbst und damit der Haltlosigkeit als Un-geborgenheit. In dieser Wesenslegierung von Haltung und Bergung liegt der Wesensgrund für die Notwendigkeit der Auseinandersetzung und des Kampfes zwischen beiden. Bergung und Haltung sind zwei Grundweisen der Weltanschauung, d.h. des In-der-Welt-seins, der jeweiligen Faktizität der Transzendenz. Sie sind wesentlich aufeinander bezogen. Durch eine Abhebung der einen Möglichkeit gegen die andere können sich beide verdeutlichen, was für uns vor allem bezüglich der zweiten Möglichkeit wichtig ist.
Von vornherein ist nicht zu vergessen: Als Weltanschauungen betreffen Bergung und Haltung immer das Ganze des Dasein s in der Einheit seiner Streuung. Das ist um so wichtiger, als gerade in den beiden Grundweisen der Transzendenz sich je eine Verlagerung des Gewichts der Transzendenz vollzieht, ohne daß diese dabei gleichsam auseinanderfällt. Verlagerung des Gewichts ist eine innere Möglichkeit dieser im Spielcharakter der Transzendenz. Wir können dies nur schematisch kennzeichnen, mit allen Vorbehalten einer solchen Charakteristik.
Bei der Bergung liegt das Gewicht des Daseins im Durchwaltetsein vom Seienden, so zwar, daß die Wahrheit des Daseins primär durch die Ungeborgenheit bestimmt ist. Das Dasein ist gewissermaßen in das Ganze des Seienden hineingenommen, aber gleichwohl nicht verloren, sondern von ihm getragen.
Bei der Weltanschauung als Haltung dagegen liegt das Gewicht des Daseins im Verhalten als Sichverhalten und selbst handeln. Das Umwillen-seiner, das auch im mythischen Dasein nicht etwa fehlt — sonst wäre Bergung ohne Sein —, bringt das Dasein zu ihm selbst. Das Umwillen- seiner kommt jetzt eigens in das Sichhalten. Das besagt aber: Das Dasein hat sich selbst in seiner Geworfenheit und seinen faktischen Möglichkeiten ergriffen.